Abschied von einem stillen Wohltäter: Unternehmer Herbert Reh 86-jährig gestorben

Abschied von einem stillen Wohltäter: Unternehmer Herbert Reh 86-jährig gestorben

„Die Menschen mochten ihn“, heißt es in einem der zahlreichen Nachrufe. Zu Recht, denn auch er mochte die Menschen und half vor allem denen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Seines ist überraschend zu Ende gegangen: Unternehmer und Stifter Herbert Reh ist am Samstag im Alter von 86 Jahren gestorben.

Die Nachricht vom Tode Herbert Rehs verbreitete sich in seinem Heimatort Leiwen wie ein Lauffeuer und löste tiefe Betroffenheit aus. Der für Freitag geplante Spatenstich zum Bau des Gemeindezentrums und die Einweihung des Hofs der Grundschule wurden abgesagt. Gedenken und Trauer um den Ehrenbürger haben Vorrang.

Zwei großen Söhne der Gemeinde hatte Leiwen zu Ehrenbürgern gemacht. 2008 Günther Reh (1928-2014), zwei Jahre später dessen Cousin Herbert Reh. Beide Unternehmer in Sachen Wein und beide weltweitweit erfolgreich. Wer beide nur vom Hörensagen oder aus der Zeitung kannte, konnte sie leicht verwechseln. Denn der eine wie der andere steckte sein nicht unbeträchtliches Vermögen in Stiftungen, als Co-Stifterinnen fungierten jeweils die Ehefrauen.

Herbert und Veronika Reh, verheiratet seit 1966 und kinderlos, taten dies komplett gemeinnützig. Ihre Motivation: hilfsbedürftigen und in Not geratenen Menschen helfen, der Gesellschaft etwas von dem Glück zurückgeben, das sie erfahren hatten.

Sie kauften eine Villa in Trier und stellten sie als Hospizhaus zur Verfügung; ihre Stiftung unterstützt Schul- und Therapieprojekte, engagiert sich in Jugend- und Altenhilfe und fördert die Wissenschaft. Aktuelle Nutznießer sind unter anderem die Stadt Trier, die das der Reh-Stiftung gehörende Haus Franziskus komplett mietet, die Skaterszene, die auf dem Areal des früheren Walzwerks eine neue Halle erhalten wird, und auch die Jugendwerkstatt Don Bosco.

Für die struktur- und finanzschwache Region sind solche Stiftungen ein Segen. Aufhebens haben Herbert und Veronika Reh nie um ihr Engagement gemacht, sondern sich stets zurückgehalten und Taten und Resultate sprechen lassen.
So ist das öffentliche Bild von Herbert Reh weniger das des Stifters als des Unternehmers und Funktionärs. Schon als Jugendlicher hatte er Weinhändler werden wollen. Seine Lehre absolvierte er in der vom Vater gegründeten Weinkellerei und Weinhandel Franz Reh; später stieg er mit großem Erfolg ins Auslandsgeschäft ein. Von 1980 bis 2004 war Herbert Reh Mitglied des Präsidiums der IHK Trier und hatte auch den Vorsitz im Weinausschuss der Kammer inne. Herbert Reh war zudem in führenden Positionen in Weinverbänden tätig und Gründungsgesellschafter des Trierer Immobilienunternehmens Triwo AG.

Für seine Verdienste um die Weinwirtschaft und seine Tätigkeit als IHK-Vizepräsident wurde er 1996 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. 2015 wurde das Ehepaar Reh gemeinsam ausgezeichnet: Er erhielt das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland, sie das Verdienstkreuz am Bande.

Am Samstag ist Herbert Reh plötzlich und unerwartet gestorben. Sein wohltätiges Wirken bleibt der Region erhalten.

Gedenkseite Herbert Reh auf volksfreund.trauer.de