Abspecken an der Sauer

In neue Sportplätze wurde bereits investiert, nun sollen die Campingplätze in Ralingen und Rosport saniert werden. Die Kosten sind jedoch wesentlich höher als erwartet. Nun heißt die Devise "abspecken".

Ralingen/Rosport. Da mussten der Ralinger Ortsbürgermeister Oswald Disch und sein Rospor ter Kollege Romain Osweiler erst einmal schlucken: Die Komplett-Sanierung des Campingplatzes in Ralingen soll 1,2 Millionen Euro kosten, und der Festplatz mit Abenteuerspielplatz gegenüber auf der Luxemburger Seite in Rosport 900 000 Euro. Erste Planentwürfe für die beiden Projekte, die als zweiter Bauabschnitt des Sport,- Kultur- und Freizeitzentrums Ralingen-Rosport (SFZ) im kommenden Jahr realisiert werden sollen, stellte Planer Josef Steier (Büro BKS Trier) kürzlich bei der Verbandsversammlung im Ralinger Gemeindehaus vor. Steier hat den aus den 70er Jahren stammenden Campingplatz in Ralingen komplett überplant. Insbesondere die Service-Stationen seien nicht mehr zeitgemäß und würden vom Tüv beanstandet, sagte Disch. Nun sollen die Camper in den Genuss von neuen "Versorgungsboxen" kommen und Strom, Wasser und eine Datenleitung fürs Internet anzapfen können. Ferner soll ein neues Sanitärgebäude mit Duschen, Toiletten, Behinderten-WC sowie Wasch- und Sanitätsraum gebaut werden. Wohnmobilisten sollen an zwei Entsorgungsstellen andocken können; im Entwurf vorgesehen ist auch eine Gaststätte mit rund 50 Plätzen und einer vorgelagerten Terrasse. Laut Steier sollen auf dem eigentlichen Campingplatzgelände neue Wege ausgebaut und Ver- und Entsorgungsleitungen verlegt werden. Dauercamper sollen etwas abseits, von Hecken abgeschottet, untergebracht werden. "In dieser Kategorie können wir nicht einsteigen, das gibt der Haushalt nicht her", sagte Ortsbürgermeister Disch zu den geschätzten Kosten von 1,2 Millionen Euro, wobei jeweils die Hälfte auf das Sanitärgebäude mit Anlagen und den Campingplatz entfallen. Nun soll in einem ersten Schritt die Ver- und Entsorgung angegangen werden und der Förderantrag, der bis Anfang Juli bei der EU vorliegen muss, gesplittet werden. In den nächsten Tagen soll auch im Gespräch mit der Kommunalaufsicht (Kreisverwaltung) geklärt werden, wie hoch der Eigenanteil der Gemeinde Ralingen ausfallen darf. "Das ist mehr als wir uns vorgestellt haben", bemerkte Rosports Gemeindeoberhaupt Romain Osweiler zu den 900 000 Euro, die Steier als Kosten für den Festplatz mit Abenteuerspielplatz ermittelt hat. Auch hier soll das Projekt gesplittet werden: Priorität soll das Sanitärgebäude am Campingplatz haben, dann folgt der Abenteuerspielplatz. Der Konzert- und Veranstaltungsplatz, der im Entwurf als Zeltkonstruktion mit 448 Sitzplätzen konzipiert wurde, soll zunächst zurückgestellt werden. Am 16. Juni will die Verbandsversammlung nach vorheriger Erörterung in den Räten von Ralingen und Rosport die Zahlen für den EU-Förderantrag festzurren. Der 3,3 Millionen Euro teure erste Bauabschnitt (Sportplätze, Sportlerheime) war von der EU mit rund 1,3 Millionen Euro gefördert worden.

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