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Verkehr: Abstand halten und Licht an: Tipps fürs Fahren bei Regen

Verkehr : Abstand halten und Licht an: Tipps fürs Fahren bei Regen

Nach langer Trockenheit herrscht derzeit Dauerregen und damit ein erhöhtes Risiko im Verkehr.

In den vergangenen Wochen kam es in Trier und im Kreis Trier-Saarburg zu mehreren Autounfällen auf regennasser Fahrbahn. Erst am Mittwochnachmittag staute sich im Trierer Stadtgebiet und am Moselufer der Verkehr, weil eine 26-Jährige die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und einen Unfall verursacht hatte (der TV berichtete). Die junge Frau war laut Polizei wegen des mangelhaften Zustands ihrer Reifen ins Rutschen geraten.

Zwar blieb es bei den meisten Unfällen bei Blechschäden. Aber die Polizei warf vielen Unfallverursachern vor, dass sie ihre Geschwindigkeit nicht den Fahrbahnverhältnissen angepasst hätten. So kann es zu Verletzten und schwersten Schäden kommen.

Wir haben beim Allgemeinen Deutschen Automobil-Club ADAC, bei der Deutschen Verkehrswacht und beim Tüv Rheinland nachgehört, was Auto- und Motorradfahrer beachten sollten.

Herbert Fuss, Leiter der Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Mittelrhein in Koblenz, nennt folgende Punkte: „Je stärker der Regen, desto geringer die Geschwindigkeit. Wasser auf der Fahrbahn führt zu längeren Bremswegen und zur Gefahr des Aquaplanings. Je schneller man fährt, umso mehr Wasser müssen die Reifen verdrängen. Dadurch geht der Bodenkontakt verloren, das Fahrzeug schwimmt auf und wird nicht mehr kontrollierbar. Im Zweifel sollten Autofahrer einen Parkplatz aufsuchen und abwarten, bis der Starkregen vorbei ist.“

Auch die Beleuchtung spielt laut Fuss eine Rolle: „Die Scheinwerfer sollten bei Regen auch tagsüber eingeschaltet sein, so wird das Auto besser gesehen. Wir empfehlen, den Abstand zum vorausfahrenden Auto zu erhöhen. Das gibt Autofahrern Zeit, früher und besser zu reagieren.“

Man könne sich aber auf solche Situationen vorbereiten. „Bei einem ADAC-Fahrsicherheitstraining kann man das richtige Verhalten bei Gefahrensituationen üben. Zum Beispiel das Bremsen und/oder Ausweichen bei Nässe. Wie verhält man sich, wenn das Fahrzeug auszubrechen droht?“ Solche Fragen werden beim Training thematisiert.

Christian Cordel, Sicherheitstrainer PKW bei der Deutschen Verkehrswacht Trier, bestätigt die genannten Warnungen: „Bei regennasser Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg. Man sollte die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anpassen und langsamer fahren.“ Cordel schlägt auch Übungen vor: „Bremsen und andere Fahrübungen, auch auf nasser Fahrbahn, sind Inhalt des Fahr- und Sicherheitstrainings bei der Verkehrswacht Trier.“

Diplom-Ingenieur Thorsten Rechtien, Sachverständiger für den Kraftfahrzeugverkehr beim Tüv Rheinland, kommentierte die Situation: „Bei verminderter Sicht durch Niederschlag und Nässe muss die Geschwindigkeit reduziert werden. Vor allen Dingen sollte bei verminderter Sicht das Abblendlicht manuell eingeschaltet werden. Reines Tagfahrlicht ist hier nicht immer ausreichend, zumal dabei nicht zwangsläufig die Schlusslampen mitleuchten müssen.“

Wer also alle von den Experten erwähnten Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnisse sowie die persönlichen Fähigkeiten und die Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung berücksichtigt, kann Unfälle eher vermeiden.