Abtauchen ins Mittelalter

Ein bombastisches Feuerwerk, fantastische Ritterturniere, beeindruckende Schwertkämpfe und Falkenvorführungen, dazu Gaukler, Spaß und Musik — und das alles bei schönem Wetter: Das Burgenfest hatte mal wieder das Zeug dazu, Besucherrekorde zu brechen.

Manderscheid. "Ich habe gehört, hier sind Leute aus Ländern, die noch gar nicht entdeckt sind!" Standesgemäß auf Englisch begrüßt Herold Petrus von Skanderbeck auch die vielen Amerikaner auf dem Burgenfest zum stimmungsvollen Abendturnier der Löwenritter mit jeder Menge brennender Utensilien. Er fährt fort: "Ich warne euch vor dem Heimweg. Wie ihr wisst, ist die Erde eine Scheibe. Der, der am Rande runterfällt, wird von den Drachen gefressen."Es ist diese Mischung aus echt wirkenden Spektakeln in authentischer Umgebung sowie Witz und Spott, die das Burgenfest ausmacht. Jahr für Jahr lockt es damit Tausende Mittelalter-Fans an. In diesem Jahr könnte die Rekord-Marke von 20 000 Besuchern laut den Organisatoren der Tourist-Information wieder erreicht werden. Am Samstag zählten die Veranstalter bereits 10 000 Gäste.Und dabei stand bis vergangenen Mittwoch noch alles auf der Kippe. Bis dahin hatte der Regen die Turnierwiese derart unter Wasser gesetzt, dass nichts ging. Doch der Wettergott war den Manderscheidern hold. Das Fest, das auf den Schultern von 300 ehrenamtlichen Helfern ruht, konnte bei schönstem Sonnenschein am Samstagmorgen starten.Ein Ereignis jagt das nächste

 Spektakel und Spektakuläres, wohin das Auge blickt: Das Manderscheider Burgenfest unterhält die Mittelalter-Fans wieder mal trefflich, ob mit einem bombastischen Feuerwerk, den beeindruckenden Ritterturnieren oder lustigen Gauklern wie dem Stelzenmann. TV-Fotos: Marion Maier (5), Rudi Höser (1)
Spektakel und Spektakuläres, wohin das Auge blickt: Das Manderscheider Burgenfest unterhält die Mittelalter-Fans wieder mal trefflich, ob mit einem bombastischen Feuerwerk, den beeindruckenden Ritterturnieren oder lustigen Gauklern wie dem Stelzenmann. TV-Fotos: Marion Maier (5), Rudi Höser (1)
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Und wie es startete! Ein Ereignis jagte das nächste. Auf der Turnierwiese kämpften nicht nur die Ritter in waghalsigen Einsätzen gegeneinander, dort klirrten auch die Schwerter der Fechtgruppe "Vawra" und zeigte die Horus-Falknerei, wie Falken, Frettchen und Hund zum Jagen eingesetzt wurden.Auf der benachbarten Bühne wechselten sich Musikanten und lustige Gaukler ab. Rundherum am Lieserufer wurde im Lager gekocht und genäht, und dort zeigte auch der Ziegen-Schmied seine Künste. Der riesige Stelzenmann schreckte manch kleinen Besucher auf mit der Feststellung: "Du bist aber klein!"Die kleinen Ritter maßen sich derweil auf dem Pallas der Burg im beliebten Kinderrittertunier und zahlreiche Händler boten Nützliches und Schönes feil wie Filzhüte, Met oder auch Schwerter aus Metall und Holz. Große wie kleine Zuschauer brachte das bombastische Feuerwerk am Samstagabend zum Staunen. Ob Goldregen, Heuler, Knaller, oder Vielfarbiges — es bot einfach alles. Bis auf kleinere Blessuren und verloren gegangene Kinder, deren Eltern ausgerufen wurden, verlief das Fest friedlich. Die einzigen, die Unfrieden stifteten, waren die Wespen. Der Medicus hatte einige Stiche zu verarzten.