Äpfel und Birnen für frischen Saft
Die Äpfel fallen von den Bäumen und keiner hebt sie auf? Der Nabu (Naturschutzbund) möchte Grundschüler von der Ernte bis zum Apfelsaftpressen an die regionale Besonderheit von Streuobst heranführen und hofft auf Unterstützung.
Trier. Wird den Grundschulkindern die Arbeit schmecken? Beim Apfelsaftpressen erzeugen fünf- bis elfjährige Schüler im Rahmen des grünen Klassenzimmers auf dem Petrisberg ihren eigenen naturtrüben Regionalsaft. Dazu sucht der Nabu Trier noch Obstwiesenbesitzer, die ihr Streuobst zur Verfügung stellen. "Wir denken an Äpfel und Birnen, die ansonsten nicht geerntet werden", sagt Elsbeth Winkler.
Winkler ist in der Umweltpädagogik engagiert und koordiniert das Projekt, mit dem Kinder an das Kulturgut herangeführt werden sollen. "Immer mehr Streuobstäpfel bleiben an den Bäumen hängen, weil Äpfel für Saft zunehmend aus Osteuropa oder sogar aus China importiert werden", sagt Winkler.
Oftmals würden Kinder den Geschmack artenreicher Streuobstapfelsäfte gar nicht mehr kennen und verlören damit auch den Bezug zu der regionalen Besonderheit.
Wiesen mit hochstämmigen Obstbäumen prägen seit Jahrhunderten das Landschaftsbild im Moselraum und der Eifel. Und genau hier sucht der Nabu auch nach Obstwiesen, deren Früchte geerntet werden können. Vom Einsammeln der Äpfel und Birnen bis zum selbst gepressten Saft sollen die Kinder so die Prozesse kennenlernen, und auf den Geschmack kommen. kf
Wer seine Streuobstwiese jetzt zur Verfügung stellen möchte, kann sich bei Elsbeth Winkler melden: Telefon 0651/6999473 oder E-Mail an elsbeth.winkler@nabu-rlp.deIm Internet findet man unter www.mundraub.org Obststandorte, die der Öffentlichkeit zum Ernten zur Verfügung stehen. Hier können Baumbesitzer ihr Obst, das sie nicht selbst nutzen, als frei zugänglich melden. Generell ist es gesetzlich verboten, Obst, auch Fallobst mitzunehmen. Das Obst von Bäumen im öffentlichen Raum wird in der Region oftmals versteigert. Auskunft über Versteigerungstermine erteilen die jeweiligen Ämter. kf