Ärger um Ausbau der Loebstraße: Wolfgang Natus fühlt sich im Recht

Trier · Unternehmer Wolfgang Natus wehrt sich gegen die Rolle des Alleinschuldigen: Nicht nur er, sondern noch fünf weitere Firmen würden weiterhin die städtischen Ausbaupläne für die Loebstraße ablehnen. Doch während die anderen Firmen sich gegen den Radweg wehren, verfolgt Natus auch ganz persönliche Interessen.

Trier. Gegen den Eindruck, der Ausbau der Loebstraße habe sich ausschließlich wegen seiner Einwände verzögert, wehrt sich der Trierer Unternehmer Wolfgang Natus, der mit seiner Firma Anlieger der Straße ist. Zwar habe sich die Interessengemeinschaft Loebstraße, die sich jahrelang gegen den Ausbau der Straße gewehrt hat, nach klärenden Gesprächen mit der Stadt und einigen neu geplanten Baudetails aufgelöst. "Aber bei der letzten Abstimmung haben außer uns trotzdem noch fünf weitere Anlieger gegen die Ausbaupläne gestimmt", erklärt Natus. Bei der jüngsten Stadtratssitzung hatten vor allem die SPD und die Grünen, aber auch Oberbürgermeister Klaus Jensen Firmenbesitzer Natus die Schuld an der Verzögerung beim Straßenausbau gegeben und ihn deswegen scharf angegriffen (TV vom 1. Oktober).
Als Argument gegen die städtischen Ausbaupläne führt Natus an, dass der geplante Radweg am Verteilerkreis und an der Pfalzeler Brücke nicht an andere Radwege angeschlossen ist.
Allerdings hat Natus auch ein großes finanzielles Interesse daran, dass der Straßenausbau nicht kommt: Vor 20 Jahren hatte die Stadtverwaltung ihm eine Parkfläche verkauft unter der Voraussetzung, dass diese wieder an die Stadt zurückfällt, sobald die Loebstraße ausgebaut wird. Vertraglich ist dieses Rückkaufrecht offenbar nicht wasserdicht abgesichert worden (der TV berichtete). Nun weigert sich Natus, das Gelände der Stadt zurückzugeben. Die Parkfläche hat er an die Firma seines Sohnes vermietet, der dafür jährlich rund 40 000 Euro Pacht an die Firma seines Vaters bezahlt. "Ich gebe das Gelände der Stadt nicht zurück", betont Natus. "Das mag man uns übelnehmen, ist aber legitim."
Nachdem der Stadtrat dem Bebauungsplan zugestimmt hat, fährt Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani mit der Detailplanung des Straßenausbaus fort. "Wir werden das Gelände, das Herr Natus der Stadt zurückgeben muss, dabei ganz normal mitvermessen und -verplanen", sagt Kaes-Torchiani. "Planen kann die Stadt ja so viel sie will", hält Natus dagegen, "aber wenn die Bagger auf mein Grundstück schicken, werde ich diesen Gewalteingriff in unser Eigentum nicht dulden."
Nach Prüfung des damaligen Kaufvertrags durch seinen Anwalt und einen Notar geht Natus davon aus, dass die Stadt das Gelände von ihm einklagen müsste. "Und ein solches Enteignungsverfahren würde locker zehn Jahre dauern." woc

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