Ärger um Schäden durch Übungsfeuer

Ärger um Schäden durch Übungsfeuer

Ein Olewiger Naturschützer protestiert gegen Schau-Brände in der Nähe denkmalgeschützter Bäume und wird dafür angefeindet. Die Stadt zieht nach einigem Zögern Konsequenzen.

Die spektakulären Übungen der Feuerwehr Olewig (Bild links, Aufnahme von 2016) sind bei Zuschauern beliebt – aber gefährlich für die denkmalgeschützten Bäume in der Umgebung. Auf dem betroffenen Gelände sind die Reste des jüngsten Übungsfeuers gut zu erkennen (Bild rechts). TV-Foto: Roland Morgen, Foto: privat. Foto: (h_st )

Trier-Olewig Karl-Josef Prüm ist schockiert, als er an dem Gelände vorbeijoggt, auf dem die Olewiger Feuerwehr Mitte Juni ein Fest gefeiert hat. Bei heißem und trockenem Wetter und damit akuter Waldbrandgefahr sei auf der privaten Wiese mit Sträuchern und denkmalgeschütztem Baumbestand ein "Übungsfeuer" angezündet worden, beklagt der 61-Jährige Baumsachverständige.
Er entdeckt Feuerschäden an einem der unter Naturschutz stehenden Bäume und vermisst eine mehrere Meter hohe Linde. Den seiner Schätzung nach 15-jährigen Baum findet er schließlich ausgerissen, zusammen mit einer großen Menge Gebüsch, am Rand des Geländes. Die Linde habe wohl weichen müssen, um Platz für das Schaufeuer zu schaffen, vermutet der Baumfachmann. Er ist sich sicher: Zu dieser Jahreszeit ist es verboten, außerhalb des Waldes Bäume zu roden.
Schon in der Vergangenheit hatte Prüm dagegen protestiert, dass die Olewiger Wehr dieses Gelände für ihre Schauübungen nutzt. 2015 seien Kronteile einer geschützten Linde beschädigt und im vergangenen Jahr zahlreiche Sträucher zerstört worden, beklagt Prüm.
Johannes Haag, Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Olewig, räumt die letztjährigen Schäden ein. In diesem Jahr habe allerdings die Berufsfeuerwehr den Platz abgenommen und die örtlich leicht veränderte Feuerstelle akzeptiert, berichtet er. Das bestätigt Udo Ammel von der Unteren Naturschutzbehörde bei der Stadtverwaltung. Zunächst sagt auch er, die Beseitigung von Bäumen außerhalb des Waldes sei in dieser Jahreszeit verboten, korrigiert seine Aussage später jedoch dahingehend, dass die gerodete Linde sich auf einem Gelände befunden habe, das offiziell dem Wald zuzuordnen sei. Daher liege kein Verstoß gegen das Verbot von Rodungen vor, und es werde kein Verfahren eingeleitet.
Karl-Josef Prüm ist über diese Begründung entrüstet: "Das heißt ja wohl im Umkehrschluss, dass das Übungsfeuer im Wald gelegt wurde." In einem offenen Brief an die Stadtverwaltung schreibt er: "Bei Bedarf werden Paragrafen zum Wohle der Umweltfrevler verbogen. Der arme Parksünder wird verfolgt, die Umweltferkel dagegen werden hofiert und verhätschelt."
Prüm zieht Konsequenzen: "Ich lege mit sofortiger Wirkung meine ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der Stadt Trier nieder. Nach zwölf Jahren beende ich meine Mitgliedschaft im Naturschutzbeirat und gebe nach über 20 Jahren meine Tätigkeit im Haus des Waldes auf."
Der Baumsachverständige, bekannt für sein kompromissloses Eintreten für den Naturschutz, hat mittlerweile anonyme Anrufe erhalten. Und ein Ginkgo-Bäumchen, das er vor einigen Jahren der Stadt gespendet und angepflanzt hatte, wurde ausgerissen und vor seine Haustür geworfen.
Doch auch die Untere Naturschutzbehörde und die Stadtverwaltung haben reagiert. Udo Ammel verspricht: "In den kommenden Jahren wird die Löschübung an dieser Stelle nicht wieder stattfinden." Und Stadt-Sprecher Ralf Frühauf ergänzt, man überprüfe die Verlegung dieses Übungsfeuers aus einer naturgefährdenden Umgebung an einen unbedenklicheren Platz. Er fügt hinzu: "Eventuell fallen diese Übungen in Zukunft aus."