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Afrikanische Krippenausstellung im Museum am Dom

Afrikanische Krippenausstellung im Museum am Dom

Eine Auswahl afrikanischer Krippen ist derzeit im Museum am Dom ausgestellt. Die Figuren, die alle als Afrikaner dargestellt sind, sagen viel über ihre Herkunftsländer aus.

Trier. Mit geschorenen Köpfen stehen Maria und Josef an der Krippe, weißer Perlenschmuck ziert Hälse und Fußknöchel, im Hintergrund heben die drei Weisen wehrhaft ihre Knüppel und Schilde empor, beobachtet von einem Leopard und einem Zebra. Es ist die Weihnachtsgeschichte, so wie das ostafrikanische Nomadenvolk der Massai sie darstellt. Die Krippe mit den tiefschwarz bemalten Figuren in ihren traditionell rot-blau gestreiften Gewändern stammt aus Kenia und ist zusammen mit 23 anderen Krippen aus Afrika im Museum am Dom in Trier ausgestellt.
Nichts erinnert hier an Holzhütten, in denen Ochs und Esel neben der Krippe liegen und bärtige Schäfer dem Jesuskind huldigen. Die Massai sind ein Hirtenvolk, das von Nairobi bis zum Kilimandscharo Viehzucht betreibt. Bei ihnen ist es Tradition, dass sich die Eltern nach der Geburt eines Kindes die Haare abschneiden - daher sind auch Maria und Josef kahlköpfig.
Zu sehen gibt es außerdem beispielsweise eine Krippe aus Liberia, deren Figuren ganz aus Patronenhülsen bestehen, die in dem von zwei Bürgerkriegen gebeutelten Land überall zu finden sind. Aufgeschnitten, platt gedrückt und mit Lösungsmitteln bearbeitet wird aus dem einstigen Waffenmaterial das Figuren ensemble. Im Foyer des Museums steht eine Krippe mit großen, holzgeschnitzten Figuren, die alle ihre Augen geschlossen haben. Der Künstler aus Togo, der 1990 an Malaria gestorben ist, soll selbst blind gewesen sein. In allen Farben wiederum schillern die mit Perlen überzogenen Figuren einer Zulu-Krippe aus Südafrika. Hier finden sich exotische Tiere wie ein Warzenschwein, ein Elefant oder ein Krokodil versammelt um die heilige Familie. Sieben Krippen sind Leihgaben aus dem Museum Haus der Völker und Kulturen in St. Augustin, die anderen stammen von einem Ehepaar, das Krippen aus aller Welt sammelt.
Meist dient der Erlös aus dem Verkauf der Krippen einem sozialen Zweck. So wurde etwa eine Krippe aus Ghana mit Stoffpuppen im Geschäft einer ehemaligen Kunstlehrerin angefertigt. Genäht wurden die Puppen mit den farbenfrohen Seidengewändern dort von jungen Mädchen ohne Schulabschluss, die so die Chance erhalten, ein Handwerk zu erlernen. red
Die Krippen sind bis 22. Januar von Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Infos unter Telefon 0651/7105-255 und unter www.museum.bistum-trier.de