Aktion Autofasten in der Region Trier dauert bis 20. März

Brauchtum : In den nächsten Wochen bleibt der Motor kalt

Kirchenvertreter, Politiker und lokale Initiativen haben die Aktion Autofasten eröffnet

Einen Beitrag zum Klimaschutz, zur Gesundheit und zum Schöpfungserhalt – das alles leistet die „Aktion Autofasten“ katholischer Bistümer und evangelischer Landeskirchen. Am Aschermittwoch ist der Startschuss für die diesjährige Fastenaktion gefallen. Vertreter der Kirchen, Politiker und zahlreiche örtliche Kooperationspartner präsentierten die Klimaschutzaktion vor dem Trierer Rathaus.

Die Idee ist simpel: das Auto während der Fastenzeit – und gern darüber hinaus – so oft wie möglich stehenlassen und sich stattdessen zu Fuß, mit dem Drahtesel oder mit öffentlichen Verkehrsmittel fortbewegen. Wer nicht völlig aufs Autofahren verzichten möchte, könne Car-Sharing-Angebote nutzen, verrät der Autofasten-Flyer, der viele nützliche Tipps zum Thema bereithält. Bereits zum 22. Mal arbeiten die katholischen (Erz-)Bistümer und die evangelischen Landeskirchen grenzübergreifend in der Region Trier und Luxemburg in Sachen Autofasten zusammen. Weitere Eröffnungen fanden zeitgleich in Mainz, Aachen, Köln und Saarbrücken statt.

„Verlieren die Generationen nach uns ihre Lebensgrundlage und müssen wir uns vorwerfen, nicht energisch genug für den Schutz des Klimas eingetreten zu sein?“, fragte Gundo Lames, Direktor des Strategiebereichs Ziele und Entwicklung im Bistum Trier, mit Blick auf die Klimaziele der Bundesrepublik. Notwendig sei eine Wende in der Lebens- und Wirtschaftsweise. Autofasten leiste gleich dreierlei, nämlich sich der Schöpfungsverantwortung bewusst zu werden, die eigenen Mobilitätsgewohnheiten umzustellen und die Fastenzeit auf aktive und klimaschützende Art zu beleben. Landrat Günther Schartz betonte den freiwilligen Charakter der Aktion: Innerhalb der Fastenzeit aufs Auto zu verzichten sei kein Zwang, sondern ein freier Entschluss, der bedeute, dass man sich aktiv für die Umwelt einsetzt.

Superintendent Jörg Weber vom evangelischen Kirchenkreis Trier legt bereits seit anderthalb Jahren seine Fahrten ins Büro per E-Bike zurück. Dabei fällt ihm täglich auf, dass man so innerorts oft schneller ans Ziel kommt als mit dem Auto. Autofasten hat für ihn aber nicht nur pragmatische Gründe, sondern vor allem spirituelle: „Ich verstehe Fasten als eine Möglichkeit, Gott zu begegnen. Beim Fahrradfahren habe ich Zeit – für mich selbst, für meine Beziehung zu Gott, für den Blick auf die Natur.“ Man könne nicht immer auf das Auto verzichten, so Weber, aber die Aktion erinnere ihn daran, dass der Verzicht ein Beitrag für die Bewahrung der Schöpfung sei. „Je öfter ich das tue – umso besser.“

Das Fahrradfahren attraktiver und sicherer zu machen, ist ein Herzensanliegen von Bau- und Umweltdezernent Andreas Ludwig. Die neue Fahrradstraße durch Trier-Süd und die Fahrradgarage am Hauptbahnhof seien bereits gute Schritte in die richtige Richtung gewesen. Aktionen rund ums Fahrradfahren werden auch beim 20. Jubiläum der Kooperationspartnerin Lokale Agenda 21 im August dieses Jahres im Mittelpunkt stehen, verrät Geschäftsführerin Sophie Lungershausen. Geplant sei unter anderem ein Fahrradkino.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten sich überregional bereits über 900 Frauen und Männer für die Aktion angemeldet. Das sei bereits ein prima Start für die Aktion, sagt Michaela Lukas vom Bistum Trier. „Wir hoffen natürlich, die Kilometerstände der letzten Jahre zu knacken!“

Unterstützt wurde die Aktion in diesem Jahr von der Radstation des Bürgerservices, der Energieagentur Trier, der Lokalen Agenda 21, der SWT Park GmbH, von dem stadtmobil Carsharing, dem VRT, dem BUND, dem NABU, von Greenpeace und dem ADFC.

Die Aktionsphase von Autofasten dauert bis zum 20. März. Weitere Informationen und den Aktionsflyer gibt es in der Geschäftsstelle Autofasten bei Michaela Lukas, Tel.: 0651-7105-457, E-Mail: autofasten@bistum-trier.de oder auf www.autofasten.de. Dort ist auch der aktuelle Stand an gesparten Kilometern einsehbar.

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