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Aktion Heldenpost für Einsatzkräfte nach Amokfahrt

Nach Amokfahrt : Aktion Heldenpost für die Einsatzkräfte: Zuspruch, Dank und über 600 Briefe

Bei der Aktion Heldenpost haben vor allem Kinder den Einsatzkräften nach der Amokfahrt in Trier vom 1. Dezember gedankt. Der ist es wichtig, auf die Berufsfelder aufmerksam zu machen. Wir blicken hinter die Kulissen der Aktion.

Wie muss es wohl den Einsatzkräften gehen, die nach der Amokfahrt am 1. Dezember in Trier den Verletzten und anderen Betroffenen geholfen haben? Diese Frage stellte sich Stefanie Quint aus Osburg und hatte daraufhin eine Idee. Am Tag nach der Amokfahrt verteilte sie Herzluftballons an das Rathaus, die Polizei, die Berufsfeuerwehr und die Krankenhäuser. Mit dieser Geste wollte sie den Einsatzkräften zeigen, dass sie das, was sie jeden Tag leisten, sieht und sehr wertschätzt. Aus dieser Geste entstand die „Heldenpost“, bei der über 600 Menschen mitgemacht haben.

Die ursprüngliche Idee war einfach: Quint, die selber schon in einem Pflegeberuf gearbeitet hat und deren Mann bei der Berufsfeuerwehr ist, weiß, wie der Alltag in diesen Berufen aussieht: „Ich habe lange miterlebt, was diese Berufe mit einem machen können und welcher Vielfalt an Emotionen man tagtäglich ausgesetzt ist. Deshalb ist es wichtig, dass die Aufmerksamkeit auch mehr auf diese Berufe gerichtet wird.“ Dabei waren die Luftballons nur der erste Schritt.

Die Resonanz, die sie dafür auf Facebook bekommen hat, sei überwätigend gewesen. „Über 500 Menschen haben darauf reagiert und mir geschrieben. Nachdem diese kleine Geste schon eine solche Aufmerksamkeit bekommen hat, dachte ich mir, dass es noch schöner wäre, diesen Dank persönlich an die Einsatzkräfte zu richten“, sagt Quint.

Daraufhin hat sie bei Facebook einen Aufruf gestartet, den Helfern eine Danksagung zu schreiben. Innerhalb von zwei Wochen kamen dabei 600 Briefe zusammen. Quint: „Ich hatte auch die Schulen in Trier angeschrieben, davon haben drei Schulen mitgemacht. Alle anderen kamen von Privatpersonen. Bis auf einen Brief sind alle von Kindern geschrieben.“

Davon war Quint sehr berührt, denn es zeigte, dass Kinder, die nicht die Möglichkeit haben, viel Geld auf das Spendenkonto der Stadt zu überweisen, im Rahmen ihrer Möglichkeit die Chance ergriffen und sich so beteiligt haben. „Sie haben intuitiv begriffen, dass diese Berufe einen sehr großen Wert für die Gemeinschaft haben. Wenn man Kinder fragt, was sie später einmal werden möchten, ist die Antwort auch heute noch sehr häufig Polizist, Feuerwehrmann oder Krankenschwester.“ Viele Briefe seien mehrere Seiten lang und gefüllt mit Emotionen gewesen.

Bei der Aktion Heldenpost von Stefanie Quint haben über 600 Menschen Briefe an die Einsatzkräfte, die bei der Amokfahrt geholfen haben, geschrieben. Foto: Stefanie Quint

So schreibt ein Kind: „Lieber Held des Tages, danke, dass du bei diesem schlimmen Vorfall den Menschen geholfen hast und für sie gesorgt hast! Ich hoffe, dass es den Verletzten und euch gut geht.“

Pauline dankt den Sanitätern: „Liebe Sanitäter, ich möchte Ihnen danken dafür, dass Sie sich um die verletzten Menschen gekümmert und gesorgt haben. Das, was sie bei jedem Unfall leisten, ist echt toll und besonders. Machen Sie so weiter wie bisher! Bleiben Sie gesund, und fröhliche Feiertage.“

Auch speziell an die Polizei wurde Dank gerichtet: „Ich wollte schon immer einmal Danke sagen für die Arbeit, die ihr leistet. Ich finde es eine starke Leistung, den Amokfahrer so schnell zu stoppen. Es tut mir sehr leid, wenn ihr die ganzen Bilder sehen musstet (am Unfallort). Ich habe großen Respekt vor eurer Arbeit und will selbst Polizist werden!“

Ein großes „Danke“ ist auf einer Vielzahl von Briefen zu sehen. Aber auch Zeichnungen zieren die Briefe, ob von der Porta Nigra, Einsatzfahrzeugen oder Superhelden. Die Wertschätzung für den Einsatz und die Berufe ist auch bei den Kindern und Jugendlichen verschiedener Altersklassen vertreten. Nach und nach wird die Heldenpost die Einsatzkräfte erreichen.

Als erster Schritt wurde ein kleiner Teil der Briefe fotografiert und in einer PDF-Datei an die Helfer versandt. Berufsfeuerwehr, DRK Trier-Saarburg, Rathaus und Krankenhäusern hätten Quint versichert, dass die Heldenpost für die Mitarbeiter zugänglich gemacht wird.