Aktiv gegen Lärm und Vibrationen

Aktiv gegen Lärm und Vibrationen

Für die Hauptverkehrsstraßen hat die Stadt Trier im Februar Lärmkarten vorgelegt. Im Rahmen der europäischen Umgebungslärmrichtlinie soll nun ein Aktionsplan zum Umgang mit Lärmauswirkungen erstellt werden.

Trier. Im Rahmen einer Bürgerversammlung in der Aula der Berufsbildenden Schule stellte die Stadt den neuen Lärmaktionsplan vor. Viele der Anwesenden berichteten dabei auch von ihren Lärmproblemen. Etwa Toni Feltes: "Durch die Schallschutzmauer haben wir im oberen Berich von Ruwer oben mehr Lärm." Er wohnt am Hang oberhalb der Mauer. Je nach Windlage gebe es einen Schornsteineffekt, der den Lärm aus der Stadt herüberziehe. Auch die Hafenanlage auf der gegenüberliegenden Moselseite mache sich sehr bemerkbar. "Nach fünf Uhr wackeln die Bilder an der Wand"

Auch Anwohner der Bonner Straße sind erschienen. "Man sollte das Geländer an der Brücke dicht machen", sagt Laurence Neumann, die mit ihrem Mann an der Kaiser Wilhelm-Brücke wohnt. "Die Autofahrer geben da richtig Gas, und der Lärm durch Motorräder ist fürchterlich." Ihren Mann Eike stören vor allem die Vibrationen durch die zahlreichen LKW, die die neue Umgehung nutzen: "Nach fünf Uhr morgens geht es los, die Bilder wackeln an den Wänden." Die einzige Lösung, die sie gemeinsam mit Nachbarin Elke Gerber-Eckert sehen: "Tempo dreißig, und die LKW wieder raus."Rund 1800 Trierer besonders belastet

Die Mitarbeiter des Kaiserslauterer Planungsbüros Firu, Volker Ganz und Thomas Kiefer, haben gemeinsam mit Stefan Leist und Sören Stock vom Stadtplanungsamt die europäischen Richtlinien zum Umgebungslärm, die Ergebnisse der Lärmkartierung für Trier sowie Ansätze zur Lärmminderung vorgestellt. "Hot Spots" (Belastungsschwerpunkte) seien neben der Bonner Straße etwa die Saarstraße, die Paulinstraße, das Martinsufer und die Luxemburger Straße. "Für 1800 von Lärm betroffene Menschen an Belastungsschwerpunkten in Trier muss etwas geschehen", sagte Volker Ganz. Man habe gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt Straßenabschnitte angesehen und Möglichkeiten erörtert. Zur Reduzierung des Lärms seien Maßnahmen wie Temporeduzierung, Schallschutzmauern und Verkehrsverlagerung möglich, aber auch der Einbau von Schallschutzfenstern in Häuser und Wohnungen, eine entsprechende Raumaufteilung und ein nächtliches Durchfahrverbot für LKW. Für Ende des Jahres plant die Stadt Trier, einen abschließenden Lärmaktionsplan zu veröffentlichen. In Trier-Nord etwa sollen bis zum Jahr 2020 die Franz-Georg- und die Parkstraße deutlich entlastet werden. Für die Paulinstraße sei Tempo 30 eine sinnvolle Maßnahme, für die Luxemburger Straße ein neuer Straßenbelag. "Es geht um Druck von unten", stellt Stefan Leist klar. "Man habe nun als Bürger etwas in der Hand. Alle Vorschläge würden bewertet und ein Gesamtkonzept erstellt.

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