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Aktiver Naturschutz in Trier-Pfalzel

Umwelt : Eine Wildwiese für Insekten

Für die Artenvielfalt arbeitet eine private Initiative in Trier-Pfalzel und renaturiert an der Mosel eine Rasenfläche.

Bei eisigen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein hat sich ein gutes Dutzend Erwachsene mit Kindern am Moselradweg unweit der Pfalzeler Eisenbahnbrücke getroffen, um zwei brachliegende Wiesen in ein kleines Paradies für Bienen und Schmetterlinge zu verwandeln. Das Grünflächenamt hatte auf Nachfrage von Initiatorin Dörthe Gütter die rund 160 Quadratmeter große Fläche freigegeben, damit dort eine Wildwiese angelegt werden kann. Gütter ist Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und kennt solche Projekte schon. Seit einiger Zeit wohnt die gebürtige Mönchengladbacherin jetzt mit ihrer Familie im Trierer Stadtteil, ihr Engagement für die Natur soll nun auch hier Früchte tragen. Das Projekt heißt „Pfalzel blüht: Gemeinsam für eine artenreiche Zukunft“. Parallel läuft das gleiche Projekt auch in Detzem am Moselradweg. Gütter sagt: „Unser Ziel ist die Pflanzung von bienen- und schmetterlingsfreundlichen Blumenwiesen als Nahrungsquellen für bedrohte Bienen- und Schmetterlingsarten.“ Dies sei in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden, die Rückzugsorte für die ökologisch wertvollen Insektenvölker seien immer kleiner geworden. Und jeder könne auch zu Hause im Garten oder auf dem Balkon selbst solche Orte schaffen. Kurz vor Ostern werden deshalb in lokalen Läden Blühsamen zum Selbstaussähen gegen eine Spende abgegeben. Die Samentüten werden gerade von den Kindern des St.-Adula-Kindergartens und der Gregor von Pfalzel-Grundschule per Hand bemalt.

Um den Samen und die Insektenhotels, die dort aufgestellt werden, für die Flächen an der Mosel zu finanzieren, werden dann in den Läden auch Zertifikate gegen eine Spende von mindestens fünf Euro verkauft. „Damit werden nicht nur die bedrohten Wildbienen und Schmetterlinge unterstützt, sondern das ist auch eine schöne Idee für ein Ostergeschenk“, sagen die Helfer am Samstagmorgen. Dazu gehören auch die beiden Pfalzeler Imker Tobi Schmidt und Andy Weber. Sie kümmern sich sonst um ihre Zuchtbienen, wissen aber, dass gerade die wilden Bienen wichtig für das Ökosystem sind.

Mit Hacke, Schaufel und Rechen bewehrt geht es dann an das Umgraben der Wiese, der zwölfjährige Jesper Steineke bedient die große Motor-Fräse schon wie ein Profi. Die Arbeit dauert bis zum späten Nachmittag, dann sind alle erschöpft,  aber glücklich.