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Alex und seine hölzerne "Braut"

Alex und seine hölzerne "Braut"

Die Veranstaltungsreihe Pluwiger Sommer hat nach mehreren Jahren inzwischen Tradition. In diesem Jahr begann das kulturelle Programm mit dem amerikanischen Xylofonvirtuosen Alex Jacobowitz.

Pluwig. (dis) Naja, auf den Sommer müssen die Pluwiger noch ein paar Tage warten: Wegen Regen konnte Alex Jacobowitz nicht auf dem Kirchplatz spielen und zog mit seinem Instrument kurzerhand in die Pfarrkirche St. Johann. 11.30 Uhr: Der klassisch ausgebildete Schlagzeuger hat sein drei Meter langes und 120 Kilogramm schweres Konzertxy-lofon aufgebaut. "Ich heiße Alex und komme aus New York", begrüßt er freundschaftlich, "Meine Frau heißt Xylofon". Zuvor haben Ortsbürgermeister Wolfgang Annen sowie Schirmherr und Bürgermeister Bernhard Busch die gespannt wartenden Menschen in dem fast voll besetzten Gotteshaus begrüßt. In beiden Händen hält der bärtige Profimusiker jeweils zwei Schlegel. Es ist erstaunlich, mit welcher Perfektion sich die Stiele zwischen den Fingern immer wieder öffnen und schließen, um die richtigen Klanghölzer genau zu treffen. Ohne Notenblätter und mit geschlossenen Augen spielt er. In dem fast zweistündigen Konzert begeistert er mit Klassischem von Bach, Beethoven und Mozart, Spanischem von Tárrega und Albénez sowie Klezmermusik aus der eigenen jüdischen Tradition. Meisterhaft hat Jacobowitz die Musikstücke teilweise selbst bearbeitet. Zwischen den Werken erzählt er interessante Anekdoten aus der Musikgeschichte und kann anschließend die Schönheit und den Wert seines Instrumentes buchstäblich hautnah demonstrieren.

Über mehrere Monate hinweg will die Gemeinde mit dem Pluwiger Sommer Kulturinteressierte in den verschiedensten Bereichen ansprechen. Die Veranstaltungsreihe wird auch von ehrenamtlich engagierten Bürgern vorbereitet. Nach dem Kinderfestival in der Kirchstraße am Samstag, 29. Mai (14 Uhr), gibt es am folgenden Tag ab 11.15 Uhr eine Sonntagsmatinée mit den Trierer Sängerknaben.