Alexander Bohr tritt aus er CDU aus

Parteien : Alexander Bohr kehrt CDU den Rücken

Der bisherige Fraktionschef im VG-Rat Trier-Land sieht keine Basis mehr für vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Von Albert Follmann

Paukenschlag bei den Christdemokraten in der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land: Alexander Bohr, Mitglied im Kreistag Trier-Saarburg, im Gemeinderat Welschbillig und im VG-Rat Trier-Land, ist aus der CDU ausgetreten. Der 44-jährige Landwirt vom Bohrshof (Welschbillig) gehörte der Partei mehr als 25 Jahre an. Kaum volljährig, wurde er in den Rat seiner Heimatgemeinde gewählt. Zuletzt war Bohr Fraktionschef im VG-Rat.

Auslöser für den Rücktritt war ein Vorfall bei der Nominierung der CDU-Liste für den Kreistag am 12. Januar in Fell. Bohr war in der Vorschlagsliste des Kreisverbands auf Platz 6 gesetzt worden, der sicher für den Wiedereinzug in den Kreistag gereicht hätte. Er unterlag dann aber in einer Kampfabstimmung einem Mitbewerber aus dem eigenen Gemeindeverband Trier-Land, der erst in der Sitzung vorgeschlagen worden war (der TV berichtete).

Die Kandidatur sei für ihn völlig überraschend gekommen, sagte damals ein perplexer Alexander Bohr. Die Mehrheit der 135 anwesenden Mitglieder stimmte schließlich für den relativ unbekannten Hans-Peter Schneider, der dadurch vom wenig aussichtsreichen Platz 44 auf 6 vorrückte. Bohr, seit zwei Legislaturperioden im Kreistag, ist nicht auf der Liste der Christdemokraten für die Kreistagswahl am 26. Mai 2019 vertreten.

„Wenn die Partei einen nicht mehr haben will, dann muss man das akzeptieren”, sagt Bohr. Er sieht keine Basis mehr für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Schließlich habe der Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Trier-Land die Vorschlagsliste für den Kreistag einstimmig beschlossen.

Seine Ratsmandate möchte Bohr bis Ende der Legislaturperiode im Mai weiter ausüben. Er fühle sich seinen Wählern verpflichtet. Zu seinen weiteren politischen Plänen könne er zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen machen.

Im Rücktrittsschreiben an den Kreisvorstand betont Bohr, er sei immer stolz auf seine politische Heimat, die CDU, gewesen. „Gerne war ich bereit, mich einzubringen und als Gesicht der CDU Trier-Land aufzutreten, obwohl dies nicht wirklich vergnügungspflichtig ist. Da dies vonseiten der Partei nicht mehr gewünscht ist, will ich keinem im Wege stehen und ziehe mich zurück.”

Im Nachklapp der für die CDU verloren gegangenen Bürgermeisterwahl in Trier-Land im vergangenen Jahr war es zum Bruch zwischen Bohr und dem CDU-Gemeindeverbandsvorsitzenden Oswald Disch (Ralingen) gekommen (der TV berichtete). Bohr hatte „eine Summe kleiner Fehler” dafür verantwortlich gemacht, dass der CDU-Bewerber Lothar Zengerling dem Bewerber der Freien Wähler, Michael Holstein, unterlag. Disch trat daraufhin vom Gemeindeverbandsvorsitz zurück und erklärte, er werde nicht mehr mit Bohr auf einer gemeinsamen Liste kandidieren.

2015 hatte Bohr den erneuten Sprung in den Vorstand der Kreis-CDU verpasst. Eine Mehrheit hatte sich für Anke Cordie (Zemmer) entschieden. Bei seiner Bewerbung um die B-Kandidatur im Wahlkreis Trier-Schweich für den Landtag hatte der Welschbilliger im selben Jahr ebenfalls das Nachsehen gehabt. Am Ende hatte Alexandra Wagner (Schleich) die Nase vorn.

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