Alle sollen teilhaben

Wie zahle ich die nächste Klassenfahrt, wie finanziere ich die Vereinsmitgliedschaft meines Kindes und wie kann ich mir Nachhilfestunden leisten? Finanzielle Unterstützung für bedürftige Familien bietet das Bildungspaket. Das Jobcenter will mit einer neuen Broschüre und Übersetzungen die Zielgruppe intensiver ansprechen.

Trier. Ob Klassenfahrten, Schulbedarf, Lernförderung oder Vereinsmitgliedschaft - seit 2011 wird die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen am sozialen und kulturellen Leben aus dem Bundesbildungspaket finanziell gefördert. Anspruch haben Kinder, deren Eltern Arbeitslosengeld II beziehen. Doch neben dieser Zielgruppe gebe es weitere Personen, die Ansprüche anmelden könnten, betont Bürgermeisterin Angelika Birk: Sozialhilfeempfänger sowie Eltern, die Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten. Durch einen einfachen Antrag kann das Jobcenter Zuschüsse für Mittagessen in Kita und Schule, Lernförderung, Schulbedarf und auch Freizeitaktivitäten bewilligen.
Der Rechtsanspruch auf Bildung und Teilhabe besteht schon seit 2011, wird aber längst nicht von allen Betroffenen in Anspruch genommen. "Wir haben das ehrgeizige Ziel, dass niemand diese Leistung verpasst", sagt Birk.
Um die Informationen stärker an die Öffentlichkeit zu tragen, hat das Jobcenter Trier eine kinderfreundliche Broschüre erarbeitet und bietet im Internet auch Versionen auf Englisch und Arabisch an. Die Teilhabe im Sinne eines Nicht-Ausschlusses sei wegweisend für die individuellen Chancen der Betroffenen, meint Marita Wallrich, Geschäftsführerin des Jobcenters Trier Stadt. Vor allem für die soziokulturellen Leistungen solle bei den Eltern mehr geworben werden.
Bisher wurden 2016 etwa 5300 Anträge mit rund 250 000 Euro gefördert. Die Finanzierung wird komplett vom Bund übernommen. Birk sagt, die Zahlen haben sich gesteigert und das Programm werde in Trier vergleichsmäßig sehr gut genutzt. Trotzdem gebe es einen neuen Anlauf, um den Anspruch noch bekannter zu machen. Auch Wallrich meint, die Bilanz sei "absolut nicht ernüchternd. Wir sind positiv eingestellt, Bildung und Teilhabe zu bewerben."

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