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Alles bereit für Neustart in Mutterhaus Nord: Ehemaliges Elisabeth-Krankenhaus ist ab kommender Woche wieder komplett in Betrieb

Trier. Die Zeit der Vakanz endet. Ab Februar wird das ehemalige Elisabeth-Krankenhaus als Mutterhaus Nord die neuen Schwerpunkte Altersmedizin, Psychosomatik und Schmerztherapie mit Leben erfüllen. Der Trierische Volksfreund hat hinter die Kulissen geblickt. Rainer Neubert

Trier. Wenn es an den drei Standorten der Klinik Mutterhaus der Borromäerinnen um wirtschaftliche Dinge geht, ist Jörg Mehr erster Ansprechpartner. "Dieses Haus ist wirklich schön", schwärmt der kaufmännische Geschäftsführer für das ehemalige Elisabeth-Krankenhaus, das seit Anfang 2016 den für viele Beschäftigte und Patienten noch immer ungewohnten Namen Mutterhaus Nord trägt. "Auf allen Stationen ist es hell, die Wege sind kurz und es gibt einen wunderbaren Garten."

Dass der derzeit im Winterschlaf liegt, stört beim gemeinsamen Rundgang durch das Haus wenig. Dafür erstrahlen die Wände der renovierten Geschosse in frischen Farben. Lediglich im zweiten Stock wurde nicht Hand angelegt, weil dort die Innere Abteilung und der Bereich für Kurzzeitpflege bei der Übernahme vom Träger des Ökumenischen Verbundkrankenhauses (siehe Extra) gerade neu eingerichtet war.
Auch Dr. Christian Sprenger, Mutterhaus-Geschäftsführer für den medizinischen Bereich, freut sich darüber, wie sich die Klinik im Trierer Norden nun präsentiert. "Der Bereich Innere Medizin hat sich in den vergangenen Monaten sehr positiv entwickelt."

Die Abteilung für Altersmedizin (Geriatrie) wird ab 1. April der neue Chefarzt Stefan Schreiber leiten. Als derzeitiger Chefarzt einer 65-Betten-Klinik für Geriatrie ist er der Wunschkandidat der beiden Geschäftsführer.
Insgesamt 1,6 Millionen Euro sind nach Aussage von Jörg mehr in den vergangenen Monaten in den Umbau am Standort Nord investiert worden. So präsentiert sich auch das vierte Obergeschoss vollständig erneuert. Dort wird in wenigen Tagen der Umzug der Abteilungen für Psychosomatik und Schmerztherapie abgeschlossen sein. Die Patienten dürfen sich auf die prächtigen Ausblicke aus jedem Zimmer über die Dächer von Trier freuen.

Dort, wo gestern Angelina Neu mit Kolleginnen die Medikamentenschränke im zentralen Stationsbereich einräumte, werden die bisher am Mutterhaus Mitte räumlich getrennten Bereiche zusammengeführt und von 16 auf 34 Betten erweitert. Im ersten Obergeschoss ergänzt die neue Schmerztagesklinik das spezialisierte Angebot, für das Dr. Lorenz Fischer als Chefarzt die Verantwortung trägt. "Die neuen Räume werden für die Patienten und das Personal sehr angenehm sein", ist Fischer überzeugt.

Auch im Untergeschoss soll das nicht anders sein, wo das alte Bewegungsbad abgerissen wurde. So entstand Platz für den großen Physiotherapiebereich. "Für Schmerzpatienten und bei psychosomatischen Beschwerden ist die Bewegungstherapie sehr wichtig", betont der Chefarzt. Die Palliativmedizin werde allerdings im Mutterhaus Mitte bleiben. "Wir benötigen dafür einfach die Nähe zu Onkologie und Radioonkologie." Etwa die Hälfte der Patienten in der Strahltherapie sind Palliativpatienten, bei denen vor allem die Schmerzlinderung Ziel der Behandlung ist.
Im Haus Nord dürfen sich die Patienten derweil nicht nur über neue Zimmer und frische Farben freuen.

Geschäftsführer Jörg Mehr verweist ausdrücklich auf die Umstellung bei der Verpflegung der Patienten: "Wir haben das Personal von dem ehemaligen Cateringbetrieb übernommen und beliefern nun frisch aus der Küche unseres großen Hauses." Unter dem ehemaligen Träger sei das Essen über weite Wege transportiert worden.
Kurz sind die Wege weiterhin für die Patienten der Belegabteilung für Augenheilkunde, die den Operationsbereich im Haus nutzt. "Daran wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern", macht Mehr deutlich. Er hat auch keine Zweifel daran, dass noch mehr Geld in das Haus investiert werden muss. "Vor allem im benachbarten Altbau muss etwas passieren."Extra

Das Mutterhaus Trier hat Anfang 2016 die beiden Kliniken in Trier-Nord und Ehrang - das ehemalige Ökumenische Verbundkrankenhaus (ÖVK) - von den Trägern Agaplesion AG und Marienhaus GmbH übernommen. Nach Umstrukturierungen und umfassenden Renovierungsarbeiten wird das Mutterhaus Nord ab kommender Woche vollständig in Betrieb gehen. 200 Menschen arbeiten dort, unter anderem in den Abteilungen Innere Medizin (34 Betten), Geriatrie (41), Psychosomatik (22), Schmerztherapie (12), Kurzzeitpflege (22) und Augenheilkunde (Belegabteilung). Auch im Mutterhaus Ehrang wurden im vergangenen Jahr eine Million Euro investiert. Insgesamt wird das Mutterhaus zum Stichtag 1. Juli an seinen drei Standorten 2557 Menschen beschäftigen. r.n.