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Als Kanonendonner in Detzem zu hören war

Als Kanonendonner in Detzem zu hören war

Der Beginn des Ersten Weltkriegs ist Leitthema des neuen Kreisjahrbuchs 2014. Insgesamt 36 Autoren haben Beiträge verfasst, die sich nicht allein mit historischen Ereignissen befassen, sondern auch mit Kunst, Literatur und dem Geschehen in den Verbandsgemeinden befassen.

Trier. Streng blickt Kaiser Wilhelm II. vom Einband des Kreisjahrbuchs 2014 den Leser an. Sein Konterfei verbinden viele Menschen mit dem Ersten Weltkrieg. Der kostet Millionen Menschen das Leben. Der Ausbruch dieses Kriegs 1914 und der Kriegsverlauf sind Leitthema des Jahrbuchs. Dabei steht nicht das Kriegsgeschehen an sich im Mittelpunkt, sondern Geschichten von Menschen aus der Region. Nach Meinung von Günther Schartz eignet sich deshalb das Jahrbuch hervorragend, um im Unterricht einbezogen zu werden. "Doch das ist leider nur selten der Fall", sagt der Landrat bei der Vorstellung des Buchs mit 335 Seiten.
36 Autoren haben Beiträge für das Buch geschrieben. Was die hohe Politik für die Menschen in den Dörfern der damaligen Landkreise Trier und Saarburg bedeutet, hat beispielsweise Barbara Weiter-Matysiak in ihrem Beitrag beleuchtet. Sie hat mehrere Schulchroniken ausgewertet und zeigt auf, wie die Dorflehrer die Ereignisse erlebt haben. Dort findet die gespannte Erwartung bei der Mobilmachung am 1. August 1914 in Kastel ebenso ihren Niederschlag wie der Kanonendonner von der Front, der 1915 in Detzem zu hören ist. 1918 dann die Niederlage. Weiter-Matysiak: "Sehr knapp und oft kommentarlos gehen die Schulchroniken über das Kriegsende hinweg. Sie schweigen."
Neben dem Krieg und seinen Auswirkungen informieren Autoren zudem über Ereignisse aus dem Kreisgeschehen. Seien es die Wahlen des Jahres 2013 oder Jubiläen wie die Gründung des Gymnasiums Hermeskeil und den Bau der Dhrontalsperre vor 100 Jahren. Von der Talsperre im Seitental der Mosel ist es nur ein kurzer Sprung zu Stefan Andres, dessen Eltern ihre Mühle wegen des Talsperrenbaus aufgeben mussten. Andres wurde später als Schriftsteller bekannt. Ihm zu Ehren wird ein Preis verliehen, den Hermann-Josef Ortheil in diesem Jahr erhalten hat. Der Bericht zur Preisverleihung ist unter der Rubrik "Kunst und Kultur" zu finden. Denn das Jahrbuch des Landkreises soll nach dem Willen der Macher mehr sein als ein Geschichtsbuch. Und so hat auch ein Bericht über ein bemerkenswertes Waldgebiet bei Longen ebenso seinen Platz im Buch wie ein Text über einen Uhrensammler aus Kordel und Betrachtungen über Färbepflanzen in der Vor- und Frühgeschichte.
Natürlich nicht fehlen dürfen die Chroniken aus den Verbandsgemeinden und dem Kreis.
Das Kreisjahrbuch wird zum Preis von 6,50 Euro in Buchhandlungen in Trier und im Kreisgebiet sowie im Bürgerbüro der Kreisverwaltung angeboten. Bestellungen unter Telefon 0651/715-205 oder E-Mail kreisarchiv@trier-saarburg.de. An das Kreisarchiv können sich auch Interessierte wenden, die am nächsten Kreisjahrbuch mit dem Schwerpunktthema Europa mitarbeiten wollen.