Als kurze Lederhosen noch der Normalfall waren

Kasel · Früher war alles viel besser? Von wegen. Früher war vor allem vieles anders. Wie die Dörfer und Städte an der Mosel und der Sauer, an der Ruwer, im Hochwald und in der Eifel sich verändert haben, zeigt ein Blick ins TV-Archiv. Das Ergebnis sind teilweise erstaunliche Ansichten.

Kasel. Lang, lang ist es her, dass kurze Lederhosen zum täglichen Straßenbild in den Dörfern des Trierer Lands gehört haben. Ende der 1960er Jahre jedenfalls sind zwei der drei Jungs auf dem Bild des TV-Fotografen Josef Tietzen mit dem nahezu unverwüstlichen Kleidungsstück in der Schulstraße unterwegs.

Die Aufnahmezeit des undatierten Fotos lässt sich anhand der abgebildeten Automobile zeitlich eingrenzen. Der im Vordergrund stehende Wagen hilft dabei nur eingeschränkt. Es dürfte sich um einen NSU Prinz 4 handeln, der zwischen 1961 bis 1973 gebaut worden ist. Bei dem hinter dem NSU stehenden Wagen dürfte es ich um einen Ford P 3 handeln, der von 1961 bis 1964 gebaut worden ist. Der Lieferwagen am Ende der Straße ist vermutlich ein Opel Blitz, wie er zwischen 1960 und 1965 produziert worden ist.
Straße wird ausgebaut



Was genau aus den beiden Lederhosenjungs und ihrem Begleiter geworden ist, ist nicht bekannt. Sie dürften inzwischen auf die 60 zusteuern und im Normalfall eher lange Hosen bevorzugen. Auch die Schulstraße mit Schule und Kindergarten hat sich verändert, wie die aktuelle Aufnahme zeigt. Sie ist Teil der Durchfahrtsstraße von der Ruwer zur Bundesstraße 52. Diese Strecke wird sich ebenfalls bald verändern. Der Ortsgemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung über den weiteren Ausbau der Straße unterhalten. Ein Teil der Straße war bereits vor einigen Jahren umgestaltet und verkehrsberuhigt worden.
Der Vergleich der beiden Bilder macht auch deutlich, wie sich Kasel entwickelt hat. Ende der 1960er Jahre hatte der Ort knapp 1000 Einwohner und war stark von Landwirtschaft und Weinbau geprägt. Heutzutage leben dort mehr als 1200 Menschen, und es gibt nur noch eine Handvoll Winzer und Landwirte.
Doch nicht nur die Ruwertalgemeinde hat in den vergangenen Jahrzehnten ihr Gesicht verändert. Im Papierbild-Archiv des Trierischen Volksfreunds schlummern zahlreiche Aufnahmen aus den heutigen Verbandsgemeinden Trier-Land, Schweich und Ruwer, die einen vergleichenden Blick ermöglichen. Zu sehen sind in den kommenden Wochen dann unter anderem eine heute anders verkehrende Moselfähre, ein unverhüllter Blick auf die alte Igeler Kirche oder einen Blick in eine Schweicher Einkaufstraße.

Leser, die historische Aufnahmen aus den Verbandsgemeinden Ruwer, Schweich und Trier-Land haben und diese gerne veröffentlichen würden, können ihre Bilder (in ausreichender Größe) mit Aufnahmedatum, kurzer Erklärung sowie Kontaktdaten mailen an die Adresse
trier@volksfreund.de
Natürlich können sich auch die auf dem Bild zu sehenden Jungs melden.