Als Postmann über Trümmerberge: Jubilar-Ehrung bei ver.di in Trier
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Region Trier hat über 100 langjährige Mitglieder geehrt. In der Mensa der Fachhochschule überreichten Bezirksvorsitzender Michael Lutz und seine Stellvertreterin Irmgard Eifel Ehrennadeln und Urkunden für 25, 40, 50 und 60 Jahre Mitgliedschaft.
Trier. (red) Unter den Jubilaren war die ehemalige stellvertretende Landesvorsitzende des DGB, Magdalena Weber, die erste Frau in einem Geschäftsführenden Vorstand einer Gewerkschaft in Rheinland-Pfalz. Sie wurde für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt. 60 Jahre lang dabei sind Hans Denzer und Christian Rossmann. Beide um die 80 Jahre alt, körperlich und geistig fit, voller Trierer Geschichte und Trierer Geschichten.
Hans Denzer wurde 1944 Postfacharbeiter und leerte im letzten Kriegsjahr zu Fuß die Briefkästen in der Trierer Innenstadt. Ab August 1944 musste er nach dem schweren Brandbombenangriff über Trümmerberge klettern. Noch im Dezember wurde er zur Flak eingezogen und erlebte das Kriegsende, an Diphterie erkrankt, in Rottweil.
Zurück in Trier, war bei der Post erst einmal nichts frei. Zwei Jahre arbeitete er auf dem Staatsweingut. "Das war nichts für mich, ich wollte zurück". 1947 war es dann soweit, er wurde Zusteller. Er kann noch heute seine Tour von damals auswendig. Den größten Teil seines Arbeitslebens hat er bei der Bahnpost verbracht. 1981 ging er in den Ruhestand.
Christian Roßmann kam 1948 als gelernter Büromaschinen-Mechaniker zur französischen Besatzungsmacht. Als Teile der Garnison nach Kaiserslautern verlegt wurden, wollte er in Trier bleiben und wurde in die Optische Abteilung versetzt. Hier wartete und reparierte er bis zu seinem Ruhestand alle optischen Geräte vom Fernglas bis zur Zieleinrichtung für Panzer.