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Also doch: 30 in der Kirchstraße

Also doch: 30 in der Kirchstraße

Teilerfolg für die Bürger der Kirchstraße in Trierweiler: Aus Lärmschutzgründen gilt dort und in einem Teil der Schulstraße jetzt Tempo 30. Erfüllt wurde auch die Forderung, die höhengleichen Bürgersteige farblich von der Straße abzuheben.

Trierweiler. Das ungeliebte, weil laute Pflaster in der Kirchstraße gibt es zwar immer noch, aber der Lärm ist erträglicher geworden. Das sagen Trierweilers Ortsbürgermeister Matthias Daleiden und Anwohner, die schon seit Jahren dafür kämpfen, dass die durch den Ort führende Landesstraße 43 mit einer "leisen" Asphalt-Deckschicht versehen wird (der TV berichtete).
Anfang der achtziger Jahre war im Zuge von Dorferneuerungsmaßnahmen das damals als schick geltende Altstadtpflaster angebracht worden. Im Laufe der Jahre wurden die Steine witterungs- und verkehrsbedingt immer mehr ausgehöhlt und der Verkehrslärm stieg stetig an - insbesondere durch die Zunahme des Schwerlastverkehrs. Viele Anwohner konnten nachts nicht mehr in Ruhe schlafen, sie fühlten sich auch nicht mehr sicher. Denn viele Kraftfahrer vereinnahmten die höhengleichen Bürgersteige beim Kurvenfahren oder im Begegnungsverkehr.Vorerst kein Asphalt


Letzter Rückschlag in einer ganzen Kette von Bemühungen, den Verkehrslärm in der Kirchstraße zu senken, war Anfang vergangenen Jahres das Scheitern eines Vorschlags von Ortsbürgermeister Daleiden. Er regte an, die Gemeinde solle schrittweise den Austausch des Pflasters gegen Asphalt übernehmen.
Der Ortsbeirat Trierweiler stimmte dafür, doch der Gemeinderat legte aus Kostengründen - alleine für die Kirchstraße hätte das den Gemeindesäckel mit 800 00 Euro belastet - ein Veto ein.
Eine merkliche Absenkung des Lärmpegels brachte dann eine Sanierung des Pflasterbelags: Die Straßenmeisterei hatte 20 000 Euro aus ihrem Budget für die Unterhaltung von Landesstraßen bereitgestellt. Es gab positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung.
Die setzten sich fort, nachdem eine farbliche Markierung als Trennlinie zwischen Straße und Bürgersteig angebracht worden war. Gestattet hatte dies der Landesbetrieb Mobilität (LBM). Nun wurden die Bürgersteige kaum mehr überfahren.
Was ein durchgängiges Tempolimit von 30 Stundenkilometer an Erleichterungen bringt, erlebten die Bewohner während der Sperrung der B 51, als die Umleitungsstrecke über Trierweiler wegen des gestiegenen Verkehrsaufkommens auf Tempo 30 herabgestuft wurde. Umso verärgerter waren sie, als dieses Limit wieder rückgängig gemacht wurde, nachdem die Arbeiten am Trierer Berg beendet waren.
Dass vor kurzem doch wieder Tempo 30 möglich war, obwohl der LBM dies bisher strikt abgelehnt hatte, hat mit der "Landtagsdrucksache 16/2186" zu tun, die Ortsbürgermeister Daleiden im Juli zufällig in die Hände fiel.
Auf Anfrage einer Abgeordneten zu einer anderen Straße hatte das Innenministerium geantwortet, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen "zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm und Abgasen angeordnet werden, wenn aufgrund besonderer örtlicher Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung erheblich übersteigt." Lärmpegel von mehr als 60 Dezibel in der Nacht könnten Geschwindigkeitsbegrenzungen auch auf klassifizierten Straßen, also auch auf einer Landesstraße wie in Trierweiler, ermöglichen. Mehr als 55 Dezibel Lärm gelten als gesundheitsgefährdend.
Auf Wunsch der Gemeinde hat das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land mittlerweile Tempo 30 in der Kirchstraße und einem Teil der Schulstraße angeordnet. Für Daleiden ein wichtiger Teilerfolg, aber er will mehr: "Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das Pflaster eines Tages komplett ausgetauscht wird."