Altenhof Trier: Für 2016 ist der Zug abgefahren

Altenhof Trier: Für 2016 ist der Zug abgefahren

Der drohende Verkauf des Altenhofs an einen Privatmann wirkt sich auch auf die Eisenbähnchen-Anlage aus. Der traditionelle Saisonauftakt am 1. Mai fällt ebenso aus wie die komplette Saison 2016. Die Betreiber hoffen dennoch, ab dem nächsten Jahr weitermachen zu können.

Der 1. Mai ist Feiertag - normalerweise auch für die Fans des Altenhof-Eisenbähnchens. Doch diesmal wird nichts daraus. Das Betreiber-Trio Stefan Ludwig (35, Energieelektroniker), Martin Hostert (27, Elektroingenieur) aus Kordel und der Aacher Alexander Busch (20, BWL-Student) hat seine drei Loks und sieben Waggons gar nicht erst aus dem Lager geholt - weil das Ausflugslokal am Aacher Bach geschlossen ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr öffnet. "Ohne Gastronomie funktioniert der Bahnbetrieb nicht, da müssten wir Geld mitbringen", sagt Alexander Busch.

Großen Gewinn gemacht haben er und seine zwei Kumpels ohnehin nicht. Das Einzelticket für die sechs Minuten dauernde Fahrt auf der 400-Meter-Strecke kostete 70 Cent, die Sechserkarte drei Euro. Für Eltern eine tolle Gelegenheit, dem Nachwuchs preiswert Spaß zu bieten - und für die Betreiber eine gute Gelegenheit, ihrer Technik-Begeisterung zu frönen. Deshalb seien sie "sehr geschockt" über den aktuellen Stand der Dinge. Ein Altenhof-Besitzerwechsel würde wohl das Aus bedeuten für die Bahn, die seit 2002 fuhr. Die anfängliche Gleislänge von 50 Metern haben die Betreiber im Lauf der Jahre in Eigenarbeit verachtfacht.Altenhof-Mitbesitzer Jörg Herbertz (49) bedauert "die schwierige Situation. Wir haben keinen Pächter für den Gastronomiebetrieb gefunden, wohl aber Interessenten, die das ganze Anwesen kaufen wollen". Der nach TV-Informationen "heißeste Kandidat" plant, das 1874 erbaute Forsthaus als Wohndomizil zu nutzen. Allerdings lässt eine definitive Kaufentscheidung schon ziemlich lange auf sich warten. Das will Herbertz nicht weiter kommentieren, sagt aber, dass, sollte sich auf die Schnelle doch noch ein geeigneter Pächter finden, dieser "nicht chancenlos" wäre.

Für die Bähnchen-Betreiber ist das ein Hoffnungsschimmer. "Wir würden liebend gerne weitermachen", betont Alexander Busch. Das Angebot Herbertz', den Betrieb trotz geschlossenen Altenhofs aufzunehmen und auf eigene Kappe Getränke zu verkaufen, haben sie jedoch abgelehnt. "Bis wir alle Genehmigungen hätten, würden Monate vergehen. Deshalb haben wir die Saison 2016 abgehakt. Ohne die Biergartenbesucher hätten wir einen sehr schweren Stand."

Rein technisch aber stehen Ludwig, Hostert und Busch "Gewehr bei Fuß. Wir könnten jederzeit kurzfristig loslegen. Und gerne eine komplette Saison 2017 bestreiten".

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