Alternativen für die Trierer Egbert-Schule: Rat beauftragt Verwaltung, mögliche Grundschulstandorte im Stadtteil zu prüfen
Trier · Statt weiter auf der Instandsetzung der Egbert-Grundschule zu beharren, haben die Trierer Grünen nahe gelegene Gebäude als langfristige Ausweichstandorte im Blick. Allerdings: Das einzige Haus des Komplexes mit freien Räumen ist vorige Woche abgerissen worden.
Trier. Zwei Millionen Euro würde es kosten, die wegen Schimmelbefalls geschlossene Egbert-Grundschule so herzurichten, dass das Gebäude wieder als Schule genutzt werden kann. Sollten Stadtverwaltung und Rat diese Instandsetzung ablehnen, will Dominik Heinrich, grüner Ortsvorsteher von Trier-Ost, den Schulbetrieb trotzdem im Stadtteil halten. Sein Vorschlag: Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob nah gelegene Gebäude in Egbert- und Hermesstraße für den Grundschulbetrieb geeignet seien. Über die Idee diskutierte der Stadtrat am Montagabend.Stadt hat schon geprüft
Schuldezernentin Angelika Birk betonte, schon vor Jahren überprüft zu haben, ob sich der einzige nicht vermietete Teil des Gebäudekomplexes für eine Auslagerung des Schulbetriebs eignen würde. Zu geringe Raumhöhen, erforderliche Umbaumaßnahmen und zu wenig Pausenhoffläche hätten allerdings dagegen gesprochen, erklärte Birk.
Mittlerweile kommt die Umnutzung des geprüften Gebäudeteils ohnehin nicht mehr infrage: Die Besitzerin, die Trierer Baugesellschaft Triwo, hat das Haus vorige Woche abreißen lassen.
Die übrigen von den Grünen in den Blick gefassten Gebäude an der Straßenecke sind komplett vermietet. Zum einen an die Stadt Trier, die dort ihr Kommunales Studieninstitut untergebracht hat, und an die Altenpflegeschule der Marienhaus GmbH. Zum anderen nutzt die Polizei Räume, und das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium hat mehrere Oberstufenkurse in das Gebäude ausgelagert.Langfristige Mietverträge
Nach Willen der Grünen soll geprüft werden, ob die Mietverhältnisse möglicherweise zugunsten der Egbert-Schule aufgelöst werden können. Die CDU zieht mit: "Der Antrag der Grünen macht deutlich, wie dringend eine Lösung für die Egbert-Schule herbeigeführt werden muss. Der Raumbedarf des FWG muss bei der Gebäudeprüfung allerdings berücksichtigt werden", sagte Elisabeth Tressel. Die SPD verwies dagegen darauf, dass die Stadt den Gebäudekomplex für eine mögliche Schulauslagerung schon vor Jahren in den Blick gefasst hatte. "Eine nochmalige Prüfung würde Personalressourcen im Rathaus binden und die Entscheidung, was mit der Egbert-Schule passieren soll, weiter hinausschieben", sagte Karola Siemon.Protestgelächter für die Linke
Martin Neuffer von der FDP forderte, dass, "bevor wir die Verwaltung mit weiteren Prüfaufträgen überziehen, erst mal entschieden werden muss, ob wir die Schule am alten Standort erhalten wollen oder nicht". Für die FWG kommt eine Sanierung des alten Gebäudes auf keinen Fall infrage. "Das wäre wirtschaftlicher Unsinn", betonte Christiane Probst - und brachte damit Marc-Bernhard Gleißner in Rage: "Wir reden hier über eine Grundschule! Da darf es ganz klar nicht um Fragen der Wirtschaftlichkeit gehen!", rief der Fraktionsvorsitzende der Linken, erntete damit allerdings nur Protestgelächter nahezu sämtlicher anderer Ratsmitglieder.
Auf Nachfrage des TV bestätigte die Triwo am Dienstag, dass es in dem Gebäudekomplex nicht nur keine freien Räume gäbe und sämtlich langfristige Mietverträge bestünden, sondern auch, dass die Räumlichkeiten für einen Schulbetrieb nicht geeignet wären.
"Es fehlen geeignete Sanitäranlagen, ein Außengelände, Sportmöglichkeiten. Und auch insgesamt sind die Gebäude einfach zu klein für einen kompletten Schulbetrieb." Bei dem jüngst abgerissenen Gebäude hätte zudem die nach jahrelangem Leerstand marode Bausubstanz eine Umnutzung unmöglich gemacht.
Bereits in der Ratssitzung hatte Oberbürgermeister Klaus Jensen diese Einschätzung der Triwo angeführt. "Die Antwort auf den Prüfauftrag liegt damit schon vor", sagte er.
Die Ratsmehrheit von Grünen, CDU und Linke ließen sich davon nicht abschrecken und beauftragte die Stadt, die Lage zu prüfen. SPD, FWG, FDP, AfD und die Piraten stimmten dagegen.