Altes Denkmal in neuem Glanz

Wieder stabil und gut zugänglich ist ein historisches Wegekreuz aus dem 17. Jahrhundert westlich von Zemmer-Schleidweiler. Mehrere Monate haben die ehrenamtliche Gruppe "Freiwillige Helfer Schleidweiler" und die Familie des Grundstückseigentümers Ottmar Lehnertz daran gearbeitet, das bedrohlich geneigte und eingewachsene Kulturgut zu restaurieren.

Zemmer-Schleidweiler. Wanderer, die von der Schleidweiler Kapelle her nach Westen unterwegs sind, oder auf der Schanzstraße, der alten Straße nach Daufenbach, den Ort verlassen, sehen mitten auf der Flur ein etwa drei Meter hohes Sandsteinkreuz. Im Volksmund heißt es Firschtenkreuz. Der Name leitet sich von "Auf der First", der Lagebezeichnung auf einem Höhenrücken 351 Meter über dem Meeresspiegel, ab. So ist es im zweiten Band der Chronik "Die Fidei - Ortsgeschichte, Kunst und Kultur" zu lesen. Dort wird auch die Vermutung geäußert, dass es als Dankeskreuz nach überstandener Pestzeit errichtet worden war. Belegen lässt sich das allerdings nicht, denn auf seinem schlanken vierkantigen Schaft ist nur eine ganz einfache Datums-Inschrift angebracht: 1651, 8. Mai. Darüber befindet sich eine etwa 80 Zentimeter hohe Christusfigur, ausgeführt in schlichter bäuerlicher Handwerkskunst.
Die Chronik berichtet, dass einst sechs Menschen nahe dem Kreuz vom Blitz getroffen worden sein sollen. Das religiöse Flurdenkmal selbst hat die vergangenen 363 Jahre recht gut überstanden, in jüngerer Zeit allerdings neigte es sich bedrohlich zur Seite. Ein wenig Druck hätte genügt, um es zum Kippen zu bringen. Auch war seine Oberfläche von Moosen und Flechten bedeckt und der Sandsteinsockel eingewachsen. Das rief die Freiwilligen Helfer Schleidweiler Wolfgang Fohl, Hans-Josef Mayer, Martin Coster, Emmerich Schönhofen, Vicente Dominguez, Bruno Cordie, Lothar Schmitt, Hans Wallenborn und Hans-Günther Koster auf den Plan. Die Gruppe Ehrenamtlicher hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre handwerklichen Fähigkeiten tatkräftig für Erhalt von Kulturgut und Verschönerung ihres Ortes einzusetzen. Von Mai bis Oktober und bei Wind und Wetter investierte sie einen insgesamt 315-stündigen Arbeitseinsatz.
Immer mit dabei war die Familie des Grundstückseigentümers Ottmar Lehnertz, die sich mit finanzieller Unterstützung, Bereitstellung von Maschinen, Arbeitsgeräten und Arbeitskraft erheblich einsetzte. Auch der Energieversorger RWE förderte die Aktion mit 2000 Euro.
Das Kreuz wurde abgebaut, gereinigt, lasiert und gelagert. In der Zwischenzeit wurde der umgebende Boden auf einer Fläche von 50 Quadratmetern ausgehoben und mit einem frostsicheren Unterbau versehen. Ferner entstand ein Betonfundament, um den Sandsteinsockel des Kreuzes neu und stabil setzen zu können. Nun steht das Kreuz wieder kerzengerade und in neuem Glanz auf einem mit Natursteinpflaster belegten Platz, den Steinquader säumen. Auf ihnen können Wanderer nun Platz nehmen, um dieses eindrucksvolle Zeugnis Eifeler Geschichte in Ruhe zu betrachten.