Trier Altstadtfest Trier: Welche Gäste Guildo zum Jubiläum dabei hat

Trier · Kein Altstadtfest ohne Guildo, Blaos und Bürgerschießen. Bei aller Tradition hält das größte Volksfest der Region am dritten Juni-Wochenende allerdings auch Überraschungen parat.

 Nicht nur das Programm des Trierer Altstadtfests sondern auch die Plakate ziert in diesem Jahr ein Werk der Konzer Künstlerin Marion Greif.

Nicht nur das Programm des Trierer Altstadtfests sondern auch die Plakate ziert in diesem Jahr ein Werk der Konzer Künstlerin Marion Greif.

Foto: Christiane Wolff

Piep, piep, piep, ich hab dich lieb: Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Guildo Horn es für Deutschland beim Eurovision Song Contest krachen ließ. 25 Jahre später will der Meister beim Trierer Altstadtfest zeigen, dass er’s noch kann. Für die Jubiläumsparty am Sonntag, 25. Juni, ab 19.30 Uhr, hat er sich Gäste eingeladen. Und zwar nicht irgendwen: Tobias Künzel, Frontmann der Band „Die Prinzen“, die sich Anfang der 1990er mit intelligenten und musikalisch versierten Songs („Das ist alles nur geklaut“) in die Herzen ihrer Fans sangen, ist mit dabei. Und auch Peter Freudenthaler und Volker Hinkel, Gründungsduo der Band Foolsgarden, die mit „Lemon Tree“ 1995 einen internationalen Hit landeten, werden zusammen mit Guildos Orthopädischen Strümpfen auf der Porta-Nigra-Bühne stehen.

Party-Stimmung garantiert auch ein ganz besonderes Revival, über das sich wohl mindestens fast alle um-die-50-jährigen Ur-Trierer freuen dürften: Lusthansa, die 1982 gegründete Trierer Neue-Deutsche-Welle-Band mit Kultstatus und den Gründungsmitgliedern Jutta Pardeike (Gesang) und Pello Bender (Gitarre), kommt fürs Altstadtfest noch mal zusammen. Mit dabei am Freitagabend ab 22 Uhr auf der Hauptmarkt-Bühne ist ganz sicher auch ihr damals weit über Trier hinaus bekannter Hit „Nix Neues in Poona“.

Gleichzeitig mit Guildo spielt sonntagabends auf der Hauptmarktbühne ab 19 Uhr die Leiendecker Bloas. Darüber, dass die Mundart-Rocker und der Meister parallel auftreten, ärgern sich alljährlich alle, die Fans von beiden sind. „Wir machen das aber absichtlich so. Sonntagabends ist immer so viel los beim Altstadtfest, dass wir die Masse einfach ein bisschen auseinander ziehen wollen“, erklärt Alexandra Meusel, Projektleiterin der städtischen Trier Tourismus und Marketing (TTM) GmbH, die das Stadtfest veranstaltet. Zu den Lokalmatadoren zählen natürlich auch Frank Rohles (Freitag, 20.30 Uhr, Domfreihof) und Achim Weinzen (Samstag, 16 Uhr, Hauptmarkt).

Insgesamt sind rund 100 Bands und Solomusiker beim Altstadtfest dabei. Darunter auch viel Neues. „Mit StadtRand, die am Sonntagabend vor Guildo Horn spielen, haben wir zum Beispiel Kölsch-Pop dabei. Und Oku & The Reggaerockers spielen quasi als Vorband der Bloas am Sonntagabend Party-Reggae, der es in sich hat!“, verspricht Meusel.

Das Musikprogramm auf der Bühne am Kornmarkt wird am Sonntag erstmals vom Jazz-Club Trier organisiert – und wartet unter anderem am Sonntagnachmittag mit feiner Salon-Orchestermusik der 20er- und 40er-Jahre auf.

Das Bürgerschießen der Trierer Schützenvereins in der Konstantinstraße gehört zwar seit der ersten Ausgabe des Altstadtfests vor 40 Jahren fest zum Programm. Aber auch da gibt es Neues: Geschossen wird nicht mit scharfen Waffen sondern mit Lasergewehren. Die Schießgeräte werfen Lichtstrahlen statt Munition aus und zählen daher nicht als Waffen. Erstmals können daher auch Jugendliche ab 16 Jahren beim Bürgerschießen am Sonntag ab 14 Uhr mitmachen.

Eine Premiere gibt es auch auf dem Viehmarkt: Dort steigt am Sonntag ab 16 Uhr zum ersten Mal eine Schaumparty. Eine Maschine bläst dabei vor dem Bühnenbereich Schaum auf alle, die bei dem nassen Spaß mitmachen wollen. Höher und höher türmt sich der Blubber dabei auf, dazwischen wird zu Partymusik von Schlager bis Charts getanzt. „Wir hoffen auf schönes Wetter bei der Schaumparty – damit, dass man bei dem Spaß nass wird, muss man aber trotzdem rechnen“, sagt Meusel. Mitmachen kann jeder, auch Kinder und Familien. Ausgerichtet ist das Programm auf dem Viehmarkt an allen drei Altstadtfest-Tagen insgesamt allerdings eher auf Jugendliche und junge Erwachsene. „Aus Jugendschutzgründen bieten die Getränkestände auf dem Viehmarkt daher auch keine harten Alkoholika an“, sagt TTM-Chef Norbert Käthler.

Insgesamt gibt’s beim Altstadtfest rund 40 Essenstände – neu dabei ist Spanferkelbraten und die niederländische Gebäckspezialität Poffertjes. Besonders empfiehlt sich allerdings wohl wieder die seit einigen Jahren etablierte Kiez-Street in der Fleischstraße, organisiert vom Blesius Garten und dem In-Restaurant Herrlich Ehrlich. Neben leckerem Essen gibt’s dort auch coole Musik.

Getränke – von Obstbowle über Bier, Wein und Cocktails – werden an rund 70 Ständen verkauft. Für’s Bier hat die TTM den Standbetreibern einen Preis von 3 Euro fürs 0,25-Liter-Glas empfohlen. „Die meisten werden sich wohl daran halten“, meint Käthler. Der empfohlene Bierpreis ist damit im Vergleich zum Vorjahr nicht gestiegen. Die Gebühren, die die Standbetreiber an die TTM zahlen müssen, dagegen schon. Man sei nicht drumherum gekommen, die Standgebühren im Rahmen der Inflation – also etwa um 6 bis 7 Prozent – anzuheben. Dass Gastronomen wegen der höheren Kosten abgesagt hätten, sei ihm allerdings nicht bekannt. Käthler: „Das Interesse der Standbetreiber beim Trierer Altstadtfest dabei zu sein, war so groß wie immer.“