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Am 11.11. läuteten die Glocken

Am 11.11. läuteten die Glocken

TRIER. (cnn) Am 11. November 1946 gaben sich Hildegard, heute 82, und Heinrich Eiden, heute 84 Jahre alt, das Ja-Wort. 60 ereignisreiche Jahre später feierten sie nun ihre Diamantene Hochzeit im Kreis der Familie.

Dass ihr Festtag und der Auftakt zur Karnevalszeit auf das selbe Datum fallen, sei allerdings reiner Zufall, betonte das Ehepaar. Bei ihrer Heirat kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stand den Menschen nicht der Sinn nach närrischen Vergnügungen. Die Region war von den Zerstörungen schwer gezeichnet. Die Eidens erlebten die Zeit des Wiederaufbaus mit und packten mit an. 1948 zogen die junge Frau aus Pluwig und ihr Ehemann, der aus Schillingen stammt, nach Trier und bauten ein kriegszerstörtes Haus in der Helenastraße wieder auf. Heinrich Eiden war in dieser Zeit viel unterwegs. Als Vermessungsingenieur und späterer Oberamtsrat bei der Bundesbahn überwachte er den Wiederaufbau zahlreicher Brücken und Tunnel in der Region. Außerdem beaufsichtigte er die Elektrifizierung der Moselstrecke. Ehefrau Hildegard, die nach der Heirat aus dem Eisenbahndienst ausschied, übernahm die Erziehung der Kinder. Aus der Ehe der Eidens sind drei Söhne hervorgegangen. Dr. Hubert Eiden, der Älteste, wandte sich der Orthopädie zu, Michael Eiden ist als Ingenieur für die Europäische Weltraumorganisation ESA tätig und der jüngste Sohn, Dr. Stefan Eiden, ließ sich als Zahnarzt in seiner Heimatstadt Trier nieder. Stolz ist das diamantene Ehepaar auch auf seine vier Enkelkinder, die sich ebenfalls auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn vorbereiten. So erhielt Enkelin Anna Eiden nach dem Besuch einer Begabtenschule ein Stipendium für die Eliteuniversität Cambridge und studiert dort Biochemie. "Zufriedenheit und Verständnis zwischen den Partnern, Tatkräftigkeit und Arbeitswillen sind das Geheimnis einer guten Ehe", ist Heinrich Eiden überzeugt und Ehefrau Hildegard stimmt ihm zu. 58 von 60 Ehejahren habe das Paar in Trier verbracht und die Stadt dabei schätzen und lieben gelernt, berichtete Eiden seinem prominentesten Gast. Oberbürgermeister Helmut Schröer überreicht mit Ortsvorsteherin Ricarda Kuhner Blumen, Wein, eine Urkunde und Glückwünsche des Ministerpräsidenten. Dass auch ein Gratulant zu einem solchen Anlass ein Geschenk erhält, ist nicht unbedingt üblich, Heinrich Eiden war es aber die Mühe wert. Er übergab Schröer eine gereimte Widmung an die Stadt Trier in zehn Strophen. "Du bist schon so alt und immer wieder jung, dein antikes Flair und der edle Wein geben dir Schwung. Wenn die Liebste nach dem zweiten Pokal dich zärtlich küsst, erlebst du weinselig, wie jung dein altes Trier ist", dichtete er.