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Am Bügelbrett durch den Alltag

Am Bügelbrett durch den Alltag

Voller Körpereinsatz, eine gute Beobachtungsgabe und natürlich ein Bügelbrett - der Kabarettist Peter Frohleiks hat mit seinem Programm "Ein MannKultur" im Kleinen Saal der Tufa den Alltag und die Politik aufs Korn genommen.

Trier. Seine Freundin schmeißt ihn mitsamt Bügelbrett aus der Wohnung - ab da hat er diesen treuen Weggefährten immer mit dabei. Mal dient es als Schlitten, dann wieder als Tresen, und immer wieder springt Peter Frohleiks auf das Haushaltsutensil drauf. Der Kölner hat im Kleinen Saal der Tufa sein kabarettistisch-komödiantisches Soloprogramm Ein MannKultur vor rund 60 Zuschauern präsentiert und beeindruckte sein Publikum mit vollem Körpereinsatz.

Kein Bereich bleibt unverschont



Nichts blieb dabei vor seinen Beobachtungen verschont: Zwischenmenschliche Beziehungen, Inland und Ausland, aber auch die eigene Kindheit nahm er auf die Schippe.

So manches Mal hätte sich Frohleiks allerdings einen Gefallen damit getan, seine Mottenkiste aufzuräumen: Wenn er zum Beispiel auf den Geschlechterkampf-Zug aufspringt und die Männer als steinzeitliche Dummköpfe darstellt, die mit einem Supermarkt-Einkauf überfordert sind. Auch Witze wie "Wenn Schwimmen schlank macht, was machen dann die Wale falsch?" kennt man schon seit Jahrzehnten.

Beobachtungen mit Gesangseinlagen



Trotzdem schaffte es Frohleiks, das Ruder immer wieder rumzureißen und dann auf ganzer Linie zu überzeugen. Vor allem die Trauer der Österreicher um Jörg Haider parodierte er mit einem selbstgefälligen Wiener Schmäh. Das gesteigerte Sicherheitsdenken der Deutschen nahm er ebenfalls aufs Korn. "Heute wird das Einzelkind per Handy rundum-überwacht."

Aber auch Guido Westerwelle oder die deutschen Bischöfe waren vor seinen Beobachtungen - und Gesangseinlagen - nicht sicher. So sorgte Frohleiks, trotz kleiner Schönheitsfehler, für einen amüsanten Abend.