Am letzten Advent erstmals freie Fahrt
Weihnachten kommt, die Straßenbaustellen gehen, zumindest die der Stadtwerke (SWT) und ihrer Auftragsfirmen. Das Comeback ist aber programmiert: Mitte Januar rücken die Bautrupps wieder an, um das zu vollenden, was sie in diesem Jahr nicht geschafft haben.
Trier. Alte Leitungssysteme sind mitunter wie Wundertüten: Erst wenn man sie öffnet, erfährt man, was drin ist. Überraschungseffekte dieser Art machten den Stadtwerke-Verantwortlichen in diesem Jahr so manchen Strich durch die Baustellen-Rechnung. Beispiel Servaisstraße (Stadtteil Ehrang): Aus der dort vorgesehenen Teilsanierung von Wasserleitungen und Kanal wurde nichts, "weil das System sich bei näherer Betrachtung als nicht mehr sanierungsfähig erwiesen hat. Also müssen wir komplett erneuern", sagt der zuständige SWT-Spartenchef Arndt Müller. Außerdem habe es Probleme mit der privaten Auftragsfirma gegeben. Folge des "Wundertüten-Effekts" und einer dreiwöchigen Baupause: Das Projekt, das zum Jahresende abgeschlossen sein sollte, zieht sich noch bis voraussichtlich Februar hin.Aber jetzt ist erst einmal Bau-Pause. Mit Beginn der Weihnachtsferien packen die Bauarbeiter ein. So weit möglich, werden die Straßen provisorisch wieder befahrbar gemacht, ehe voraussichtlich ab Mitte Januar wieder weitergearbeitet wird - sofern es das Wetter dann zulässt. In den vergangenen Monaten war das öfter nicht der Fall. Nach ausgiebigen Regenfällen liefen Gräben voll und mussten teilweise nachgeschachtet werden.Andere Auslöser von Verzögerungen sehen die Stadtwerker hingegen gerne. Ist der Graben erst mal offen, lassen sich erfahrungsgemäß leicht Kunden für eine relativ preisgünstige Umrüstung von Öl auf Erdgas gewinnen. "Ja, wir haben in diesem Jahr rund 100 neue Hausanschlüsse verkauft", bestätigt Müller. Den weitaus größten Teil ihres Leitungs-Erneuerungsprogramms 2007 konnten die Stadtwerke bis zur Vorweihnachtswoche abschließen. Dort, wo es Mitte Januar in die "Verlängerung" geht (zum Beispiel Eurener Straße, Luxemburger Straße, Bergstraße) räumen spätestens heute die Bautrupps das Feld. Morgen und übermorgen, Sonntag, ist also erstmals an einem Adventswochenende weitgehend freie Fahrt auf den Trierer Straßen möglich. Einziges verbliebenes Nadelöhr der Stadtwerke: Im Avelertal (Stadtteil Kürenz) lasse sich eine 50 Meter lange Engstelle unterhalb der Einmündung Keuneweg nicht vermeiden. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) konnte sein Bau-Programm auf Trierer Hauptverkehrs-Wegen nicht komplett bewältigen.A-602-Brücke frei, Hängepartie im Ruwertal
Zwar wurde in den vergangenen Tagen der erste Bauabschnitt der komplexen Sanierung der A-602-Autobahnbrücke am Verteilerkreis fertiggestellt und die beiden gesperrten Fahrspuren (je eine pro Richtung) wieder frei gegeben. Doch die Vollsperrung der Landesstraße 149 zwischen Trier-Ruwer und Mertesdorf wird den Jahreswechsel und wohl auch Fastnacht überleben. Hier führten unerwartete Probleme mit dem Untergrund und anhaltend schlechtes Wetter zu Verzögerungen bei der Erneuerung der maroden Straße.