Am liebsten ins Juz
Trier-Euren · Wie sehen Jugendliche ihren Stadtteil Euren? Wo gehen sie gerne hin? Was gefällt ihnen und was weniger? Im Jugendzentrum in der Ottostraße sprechen Chris Ernser, Tamara Wieczorrek, Anna Daniel und Tino Junk über all diese Dinge.
Trier-Euren. Fragt man Chris Ernser (15) nach seinem Hobby, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: "Fußball!" Elf Jahre lang hat er in einem Verein gespielt, in Kürze will er zu einem anderen Verein in St. Matthias wechseln. Warum? "Weil mein jetziger Verein nicht mehr so viele Spieler in meiner Altersklasse hat."
Am liebsten trifft er sich mit Freunden auf dem Kunstrasenfeld in der Sportanlage des TuS Euren. Dass der Platz nur einen Steinwurf vom Jugendzentrum, das die Patenschaft über das Spielfeld hat, entfernt ist, findet er praktisch. Weniger gefällt ihm, dass beim Kicken der Ball auch schon mal hinter dem Zaun landet. Ein Netz über dem Platz wäre schon praktisch, findet er.
Tamara Wieczorrek (18) hat das Jugendzentrum sechs Jahre lang begleitet. Nahezu täglich war sie da. "Für uns Mädchen gibt es außer dieser Einrichtung in Euren wenig", bedauert sie. Dass sie in Marita Wollscheid, der Leiterin, immer eine Ansprechpartnerin hatte, findet sie gut. Jetzt aber orientiert sie sich neu: "Schule und andere Interessen." Eine dieser anderen Interessen sei das A 1, das nach einer Renovierung nun wieder geöffnet habe.
Der Lieblingsort von Anna Daniel (13) ist das Jugendzentrum. Und dort insbesondere das Mädchenzimmer. Ein kleiner Raum mit Sitzsecken, einem Schreibtisch und Playstation. Hierhin kann sie sich zurückziehen, wenn sie mal ungestört sein will. Was ihr noch gefällt: Graffiti.
Marita Wollscheid bietet seit einiger Zeit Graffiti-Kurse im Jugendzentrum an. Gesprayt wird auf Tafeln aus Sperrholz. Früher konnte sie alte Hallen in der Nachbarschaft dazu nutzen. Doch die werden jetzt abgerissen. Künftig werden die Kurse bei gutem Wetter auf dem Außengelände des Bürgerzentrums stattfinden. Eine Kostprobe von Annas handwerklichem Schaffen kann schon bald jeder Besucher des Jugendzentrums bewundern: ein großformatiges Eingangsschild mit der Aufschrift "Juz Euren".
Tino Junk (11) besucht die Realschule plus in St. Maximin, wo er nach den Ferien in das sechste Schuljahr kommt. Dass man im Jugendzentrum so viel Platz hat und schnell auf dem Soccerplatz ist, gefällt ihm besonders. Sehr gerne ist er auch mit dem Rad unterwegs. Damit fährt er dann auf den Petrisberg, wo ihn die Sport- und Freizeitanlagen locken. Ein anderes Anlaufziel ist für ihn die Skaterhalle in Trier-West. Dass diese bald geschlossen werden soll, bedauert Tino schon jetzt: "Hoffentlich kommt dafür ein guter Ersatz."