Am Moselufer rollen die Bagger

Am Moselufer rollen die Bagger

Der Abriss der alten Baracken auf dem ehemaligen französischen Militärgelände Castel Feuvrier am nördlichen Moselufer hat begonnen. Bis Ende 2019 sollen dort rund 140 Wohnungen entstehen, dazu Büros, Praxen, kleine Geschäfte, ein Hotel und ein Restaurant mit Terrasse zur Mosel.

Trier. Bei einer der leer stehenden Baracken war ein Teil des Dachs schon voriges Jahr eingestürzt. Den Rest erledigen jetzt die Bagger. Sie machen die ehemaligen Kasernengebäude des französischen Militärs dem Erdboden gleich. Anschließend will die Immobiliengesellschaft Porta Nova GmbH (siehe Extra) das Areal zwischen Nordbad und Jugendherberge in ein Wohn- und Gewerbegebiet verwandeln.
Laut Bebauungsplan entstehen auf dem Gelände parallel zur Zurmaiener Straße drei lang gestreckte Gebäude. Eins davon ist für Wohnungen (voraussichtlich Studentenappartements) vorgesehen, die beiden weiteren für einen Hotelbetrieb, Büros, Praxen und kleine Läden. Auf dem Geländeinneren zur Mosel hin sollen elf dreieinhalb geschossige Mehrfamilienhäuser mit je bis zu acht Wohnungen locker gruppiert werden. An der Ecke zur Peter-Lambert-Straße ist ein geschwungener Bau mit bis zu sechs Geschossen, die treppenförmig angeordnet sind, vorgesehen für Einzelhandel, weitere für Büros und Praxen. Am Moselufer Richtung Nordbad ist ein dreieinhalbgeschossiges Gebäude geplant, in dessen unterer Etage ein Restaurant mit Terrasse zur Mosel. Die darüberliegenden Etagen können für Wohnungen oder Büros genutzt werden.
Dem Bebauungsplan liegt ein Entwurf des Trierer Architekturbüros Müller und Partner zugrunde, mit dem die Porta Nova 2011 einen von der Stadt ausgeschriebenen Investorenwettbewerb gewonnen hatte. Im Rahmen der konkreten Entwicklung des Geländes könnten sich zwar "Verschiebungen der Zielnutzungen und Flächen ergeben - im Einklang mit dem Bebauungsplan", erklärt Porta-Nova-Geschäftsführer Helmut Klein. Konkrete Abweichungen von der bisherigen Planung nennt Klein auf TV-Nachfrage allerdings nicht.
Der Bebauungsplan sieht auch vor, dass spätestens am Tag, an dem mit dem Erdaushub für eins der Wohn- und Geschäftsgebäude begonnen wird, auch der Bau der zusätzlichen Ein- und Ausfädelspuren von der Zurmaiener Straße her starten muss. "Diese sollen interimsweise bis zum Beginn der Bauarbeiten hergestellt sein", sagt Klein. Der parallel zur Zurmaiener Straße verlaufende Fuß- und Radweg muss dafür zunächst verlegt und anschließend neu gebaut werden.
"Mit den Erdarbeiten für den Häuserbau werden wir wahrscheinlich im Verlauf des dritten Quartals 2015 beginnen können", prognostiziert Porta-Nova-Chef Klein. Das erste Wohngebäude entlang der Zurmaiener Straße soll bis Ende 2017 stehen. Inklusive aller Erschließungsstraßen und Gebäude fertig entwickelt sein soll das Gelände laut Bebauungsplan bis zum 31. Dezember 2019. Hält der Investor sich nicht an diese Frist, kann die Stadt den Bebauungsplan aufheben. Klein ist allerdings zuversichtlich: "Die bisherigen Zeitpläne sind die Ziele, auf die unverändert hingearbeitet wird", sagt er.
Auch die Stadtverwaltung hat keine Bedenken, dass binnen der nächsten fünf Jahre die rund 140 Wohnungen, 3800 Quadratmeter Geschossfläche für Büros und Praxen, rund 1000 Quadratmeter für nicht-großflächige Einzelhandelsbetriebe, ein Hotel mit 160 Betten sowie ein Restaurant fertig werden. "Unserer Kenntnis nach weist nichts auf eine zeitliche Verzögerung hin", erklärt Rathaus-Pressesprecher Ralf Frühauf auf TV-Nachfrage.Extra

Die Porta Nova GmbH & Co. KG wurde 2011 für die Entwicklung des Trierer Konversionsgeländes Castel Feuvrier gegründet. Hinter ihr stecken nach TV-Informationen zwei luxemburgische Privatinvestoren, Firmensitz ist die Herzogenbuscherstraße in Trier, Geschäftsführer ist Helmut Klein. Klein war bis 2011 auch einer der Geschäftsführer der staatlichen Immobiliengesellschaft Rheinland-Pfalz. woc

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