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Am Ortsrand fliegt der Müll ins Grüne

Am Ortsrand fliegt der Müll ins Grüne

Der Trierer Stadtteil Euren hat ein Müllproblem. Seit Jahren kämpfen der Ortsbeirat und zahlreiche Bewohner gegen in der Landschaft verteilten Unrat. Bevorzugte Abwurfstellen: der Moselauenparkplatz und das Industriegelände Eurener Flur.

Trier-Euren. Schon bei der Auffahrt auf den Moselauenparkplatz hinter dem großen Fast-Food-Restaurant grüßen die Müllansammlungen, die gleichmäßig über das weite Areal verteilt sind. Der Verdacht, dass es sich um die Hinterlassenschaften von Fast-Food-Konsumenten handeln könnte, bestätigt sich beim näheren Hinsehen nur teilweise. Natürlich sind auch Papiertüten, Pappbecher und Plastikschälchen mit dem typischen Logo des Restaurants dabei. Der meiste Unrat wurde aber von anderenorts auf die Eurener Gemarkung importiert.
Ortsbeiratsmitglied Anke Hanakam (FWG) hatte in der jüngsten Sitzung an das Müllproblem erinnert. Nun stehen sie und Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz auf dem Platz, um dem TV die unschönen Seiten Eurens zu zeigen.
Besonders heftig ist es entlang der kleinen Ringstraße am Rand des Parkplatzes, der von einer Hecke begrenzt wird. Viele Vorbeifahrende werfen ihren Abfall einfach unter die Hecke. Andere machen sich noch die "Mühe", den Müll über die Büsche aufs Nachbargrundstück zu werfen, denn "da sieht ihn ja keiner". Offenbar ein Irrtum, denn das Grundstück dahinter gehört einer Baumschule, und die hat auch ihre Last damit. Darauf weist ein stattlicher Müllberg auf dem Areal hin, der dort offensichtlich zum Abtransport zusammengetragen wurde.
Ein Stück weiter unten, unter der Trasse einer RWE-Starkstromleitung, beginnt städtisches Terrain. Auch dort wird Müll illegal abgelagert, wobei auch Elektroschrott hier zu finden ist. Davon zeugen ein Ex-Staubsauger, alte Kaffeemaschinen und Ähnliches. Anke Hanakam: "Das Problem ist, dass es hier keine Wohnbebauung gibt. Da fehlt die soziale Kontrolle, und jeder kann machen, was er will." Den Vogel abgeschossen haben unbekannte Beschicker des zurückliegenden Moselauen-Flohmarkts, die mitten auf dem Parkplatz einen zentnerschweren Müllhaufen hinterließen. Obendrauf liegt noch ein durchweichter Anfahrtsplan für den Flohmarkt. "Das wird eine Anzeige, die werden zur Kasse gebeten, irgendwo in dem Haufen findet sich bestimmt ein Hinweis auf die Verursacher", sagt Ortsvorsteher Schmitz.
Ein weiteres Müllproblem gibt es auf dem Industriegelände Eurener Flur. Vor allem die vielen Fernfahrer, die dort in ihren Lastzügen übernachten, sorgen für Müll. Allerdings: Es stehen auf dem stark von LKW-Fahrern frequentierten Gelände keine öffentlichen Abfallbehälter.
Als Schmitz und Hanakam eine besonders markante Stelle vor der Einfahrt zur Zigarettenfabrik JTI zeigen wollen, gibt es eine erfreuliche Überraschung: Die dort sonst abgelagerten Müllmengen sind verschwunden. Das Gelände, über das demnächst der neue Fahrradweg verlaufen soll, hat die beauftragte Firma gerodet und gereinigt.
Wie lange dieser Zustand Bestand habe, sei jedoch fraglich, so die beiden Eurener.
Extra

Abhilfe durch Selbsthilfe: Euren würde an seinen Ortsrändern im Müll versinken, wenn nicht regelmäßig eingegriffen würde. Nach Angaben von Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz versuche das Fast-Food-Lokal in seinem Umfeld Ordnung zu halten, so weit das personell möglich sei. Auch die Jugendlichen von der "Starthilfe" würden regelmäßig eine Menge an Unrat abtransportieren. Hinzu komme das ehrenamtliche Engagement von Eurener Mitbürgern. Seit 20 Jahren veranstaltet Euren im Frühjahr den Dreck-weg-Tag. So auch wieder in diesem Jahr. Schmitz: "Dabei füllen wir immer einen zehn Kubikmeter fassenden LKW-Container randvoll mit Müll, wobei die weggeworfenen Altreifen nicht mitzählen, weil die gesondert entsorgt werden müssen. In einem Jahr hatten wir etwa 50 Autoreifen gesammelt und abends zum Abtransport aufgeschichtet. Am nächsten Morgen lagen dann rund 80 Reifen da." In der Regel seien etwa 25 Eurener an den Aufräumaktionen beteiligt, auch verschiedene Gruppen aus dem Ort wirkten mit. f.k.