Feiern: Am Zurlaubener Ufer wird weitergefeiert

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Das Aus für das Moselfest in Trier ist abgewendet. Die Veranstaltervereine sind weiter im Boot, aber das Sagen hat nun ein kaufmännischer Profi.

Die neue (Auffang-)Lösung fürs alte Fest wird am Mittwochnachmittag in einer von Insolvenzverwalterin Christine Frosch geleiteten Pressekonferenz im Sängerheim Zurlauben präsentiert. Diese Örtlichkeit plus die Anwesenheit des Gastronomen Matthias Sonnen signalisieren bereits, wie der Hase beim Moselfest (auch Heimatfest Zurlauben genannt) laufen soll. Die Vereine MGV Zurlauben 1896 und die Karnevalsgesellschaft Wieweler als bisherige Veranstalter sind auch künftig im Boot. Mehrheitsgesellschafter und starker Mann der neu gegründeten Eventis Unternehmergesellschaft (UG) ist aber Sonnen.

Eine naheliegende Lösung. Denn der 65-Jährige gehört seit geraumer Zeit zu den zentralen Figuren des Festes. Er organisiert das Musikprogramm, betreibt Getränkestände und ist, wie er betont, „seit Jahrzehnten Mitglied in beiden Zurlaubener Vereinen“. Nun fungiert er zusätzlich als alleiniger vertretungsberechtigter Geschäftsführer der haftungsbeschränkten UG. Die Idee zu dieser Konstellation stammt von Christine Frosch: „Sie wurde im Insolvenzverfahren geboren und verbindet Herzblut und ehrenamtliches Engagement der Vereine mit kaufmännischem Sachverstand.“

Große Unterstützung erhalten die Moselfest-Macher aus dem Rathaus. Kulturdezernent Thomas Schmitt erklärt, die Stadt werde sich an der Realisierung des Sicherheitskonzeptes beteiligen und die Betonpoller an den Zufahrten aufstellen. Bisher mussten die Vereine das auf eigene Kosten tun. Auch der Brandschutz-Einsatz der Feuerwehr  werde nicht in Rechnung gestellt.

Feuerwehr-Präsenz bedeutet: Es gibt auch ein Feuerwerk. „Aber sicher!“, sagt Sonnen; „Das wollen die Leute doch.“ Und er will am bekannten Prozedere des Veranstaltungsablaufs nicht rütteln. So werde neben dem Pyrotechnik-Spektakel am Samstagabend auch das sonntägliche Musikfestival Electronic River zum Programmangebot gehören. Wie gehabt insgesamt vier Tage soll die Großfete am Zurlaubener Ufer dauern. Und auch der Termin entspricht der alten Faustregel „Zwei Wochen nach dem Altstadtfest und eine Woche vor dem Konzer Heimat- und Weinfest“, diesmal also vom 10. bis 13. Juli.

Details zum Programm gibt es noch nicht. Dazu sei es laut Sonnen „noch zu früh. Wir mussten erst einmal die neue Gesellschaft gründen und machen uns nun an die organisatorischen Vorbereitungen.“ Dazu gehöre auch, Gespräche mit Sponsoren und weiteren möglichen Unterstützern zu führen. Auf den größten Unterstützer dürfen die Zurlaubener weiterhin hoffen: Die Bitburger Braugruppe hatte schon im Vorfeld signalisiert, wieder als Hauptsponsor zur Verfügung zu stehen, wenn die anno 1956 begründete Moselfest-Tradition denn weitergeführt werden könne.

Danach hatte es lange nicht ausgesehen. Im vergangenen Oktober hatte die von Sänger- und Karnevalsverein gegründete Festausschuss Zalawen 2019 UG das Aus für die Großveranstaltung verkündet und wegen eines gravierenden  Defizits (insbesondere durch Gema-Forderungen im „hohen fünfstelligen Bereich“) Insolvenz beantragt. Wie die Insolvenzverwalterin  betonte, sei die Gründung einer neuen UG unabdingbar gewesen. Eine „Rechtsträger-erhaltende Lösung“ nähme zu viel Zeit in Anspruch: „Dann würde es in diesem Jahr kein Fest geben.“

Garanten fürs Moselfest 2020 (von links): Christian Reichert (MGV Zurlauben 1896), Matthias  Sonnen (Eventis UG), Insolvenzverwalterin Christine Frosch und Kulturdezernent Thomas Schmitt. Foto: Roland Morgen

Hauptgesellschafter Sonnen will mit der Eventis UG auch die künftigen Moselfeste ausrichten: „Ich habe mir die Verantwortung nicht nur für 2020 aufgeladen. Das Ganze ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt.“