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Amokfahrer tötet fünf Menschen in Trier - Neuneinhalb Wochen altes Baby und sein Vater unter den fünf Todesopfern

Trier trauert : Amokfahrer tötet fünf Menschen in Trier - Neuneinhalb Wochen altes Baby und sein Vater unter den fünf Todesopfern

Unter den Opfern der Amokfahrt vom 1. Dezember in Trier sind ein neuneinhalb Wochen altes Baby und sein Vater. Insgesamt starben fünf Menschen bei dem erschütternden Ereignis. Zahlreiche weitere Opfer wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Dienstagnachmittag, 1. Dezember: Der erste Anruf geht um 13.47 Uhr bei der Polizei ein. Ein Autofahrer rast mit seinem Fahrzeug durch die Trierer Fußgängerzone und fährt wahllos Menschen an.

Als der Fahrer des SUV um 13.51 Uhr von der Polizei festgenommen werden kann, hat er vier Menschen getötet, 15 weitere Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt und eine Vielzahl Opfer traumatisiert. Im Laufe des Abends ist ein weiteres Opfer seinen schweren Verletzungen erlegen.

+++ LIVE ab 19 Uhr +++ Pressekonferenz zur Amokfahrt von Trier

Alle getöteten Opfer sind laut Polizei Menschen aus Trier, die in der vorweihnachtlich geschmückten Trierer Fußgängerzone unterwegs waren. Getötet wurden ein 45 Jahre alter Mann und seine 9 ½ Wochen alte Tochter. Das Alter war zuvor irrtümlich mit 9 Monaten angegeben worden. Die Ehefrau und Mutter des Mädchens sowie ein weiterer eineinhalbjähriger Sohn der Familie wurden verletzt in ein Trierer Krankenhaus gebracht.

Außerdem starben drei Frauen im Alter von 25, 52 und 73 Jahren.

Bei dem Amokfahrer handelt es sich um einen 51 Jahre alten, in Trier geborenen und im Landkreis Trier-Saarburg beheimateten deutschen Staatsangehörigen. Das Motiv des 51-jährigen Tatverdächtigen ist bisher noch nicht geklärt. Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen hat die Polizei jedoch keinerlei Hinweise auf politische oder religiöse Motive. Auch gab es keinen weiteren Tatort oder Hinweise auf Mittäter oder Komplizen.

Auf seiner Fahrt durch einen Teil der Trierer Fußgängerzone, beginnend an der Konstantin-Basilika über die Brotstraße, den Hauptmarkt, die Simeonstraße bis zur Porta Nigra hinterließ der Mann auf einer Strecke von etwa 800 Metern Tote, Verletzte und ein Trümmerfeld. Nachdem er in die Christophstraße abgebogen und wenige 100 Meter weitergefahren war, stoppte er sein Fahrzeug kurz und konnte von unmittelbar eintreffenden Polizeikräften unter heftiger Gegenwehr festgenommen werden.

Der Mann wird zurzeit zu der Tat vernommen, die von der Staatsanwaltschaft Trier als mehrfacher Mord, Mordversuch und gefährliche Körperverletzung eingestuft wird.

Mehr als 750 Einsatzkräfte von Polizei sowie Hilfs- und Rettungsdiensten aus der gesamten Region Trier konnten den Tatort schnell sichern und absperren und sich um die Opfer kümmern.

Laut Polizei war das Verhalten vieler Passanten vorbildlich, die sich der Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungsdienste annahmen und Erste Hilfe leisteten.

Die Ermittlungen an dem sich über mehrere 100-Meter erstreckenden Tatort sind vorerst abgeschlossen, die Fußgängerzone ist geräumt und wieder frei gegeben. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an und werden laut Polizei noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Bereits um 19 Uhr am Dienstagabend informierten die Verantwortlichen der Staatsanwaltschaft, der Polizei und der Stadt Trier gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Innenminister die Medien bei einer Pressekonferenz.

Innenminister Roger Lewentz und die in Trier lebende Ministerpräsidentin Malu Dreyer hatten sich bereits am Nachmittag unmittelbar vor Ort einen Überblick über die Geschehnisse verschafft.

Die Polizei hielt die Bevölkerung am Tattag schon sehr früh und in kurzen Frequenzen über ihren Twitterkanal @PolizeiTrier auf dem Laufenden.

Ein eigens eingerichtetes Hinweistelefon ist zwischenzeitlich wieder abgeschaltet. Hinweise erbittet die Polizei Trier weiterhin unter der Telefonnummer 0651/9779-0

Menschen, die Fotos oder Videos von der Fahrt des Täters gemacht haben, werden gebeten, diese nicht über Soziale Medien zu verbreiten, sondern sie über den Upload https://rlp.hinweisportal.de der Polizei zur Verfügung zu stellen.