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Ampeln und Bypass für den Kreisverkehr in Trier-Nord

Ampeln und Bypass für den Kreisverkehr in Trier-Nord

Der Verkehrsfluss am Verteilerkreis in Trier-Nord soll binnen zwei Jahren verbessert werden. Geplant sind Ampeln und ein Bypass, eine direkte Verbindung aus der Loebstraße auf die Autobahn ohne Einfahrt in den Verteilerkreis.

Morgens stauen sich die Autos vom Kreisverkehr in Trier-Nord zurück auf die Autobahn. Abends stehend die Pendler, die Richtung Ruwertal wollen oder zurück auf die A.602, in Herzogenbuscher- und Parkstraße. Und auch in der Loebstraße stehen im Feierabendverkehr oft lange Schlangen. Die Konstante im wechselhaften Chaos: Die Autos im Verteilerkreis haben immer Vorfahrt.

"Würden wir das ändern, könnte der Verkehr viel besser fließen!", betont Baudezernent Andreas Ludwig. "Morgens könnten die Autos, die von der Autobahn kommen, mit längeren Grünphasen schneller in den Kreisel einfahren. Abend hätte der abfließende Verkehr aus der City und der Loebstraße länger Grün", erklärt Ludwig. Nachts oder am Wochenende könnten die Ampeln möglicherweise ausgeschaltet werden, um unnötige Wartezeiten bei freiem Kreisverkehr zu vermeiden.

Das Darmstädter Verkehrsbüro R+T hat die Verkehrsströme per Computersimulation untersucht. Demnach würden Ampeln am Kreisverkehr beispielsweise die Wartezeit von der Zufahrt Loebstraße von durchschnittlich 185 Sekunden auf 27 Sekunden senken und in der Herzogenbuscherstraße von 140 auf 20 Sekunden. Hoch gingen die Wartezeiten im Gegenzug allerdings an der Zufahrt von der Zurmaiener Straße in den Kreisel, von durchschnittlich 17 Sekunden auf verträgliche 30 Sekunden.

Ampeln an Kreisverkehren hätten allerdings noch einen weiteren Vorteil: "Ohne Ampel trauen sich viele Fahrer nicht, beide Spuren im Kreisverkehr zu nutzen, die innere Spur ist meist wenig befahren", erklärt Wilko Kannenberg vom Stadtplanungsamt. An einem Kreisel mit Ampeln - wie etwa an den Kaiserthermen - sei das anders: "Da nutzen die Fahrer tatsächlich beide Spuren aus - wodurch die Auslastung des Kreisels besser ist."

Ein Bypass - eine direkte Verbindung aus der Loebstraße auf die Autobahn, ohne Einfahrt in den Verteilerkreis - soll die Situation zusätzlich entlasten (siehe Grafik). "Diesen Bypass zu bauen, ist gar nicht so schwierig und teuer", sagt Tiefbauamtsleiter Wolfgang van Bellen. Der Platz sei da, und der Ausbau des letzten Stücks der Loebstraße extra aufgeschoben worden, um beide Projekte gleichzeitig umsetzen zu können. Die Loebstraße würde dabei um zusätzliche Spuren in beide Richtungen ergänzt. "Ich denke, dass Ampeln und Bypass innerhalb der nächsten beiden Jahre fertig sein könnten", sagt Baudezernent Ludwig.

Die Pläne für Trier-Nord reichen allerdings viel weiter. Jedes Einzelprojekt steht dabei im Zusammenhang mit anderen Maßnahmen:

Grünebergtangente: Die Umgehungsstraße soll vom Avelertal am Grüneberg entlang via einer neuer Brücke über die Gleise in die Metternichstraße führen (der TV berichtete). "Die Brücke ist keine Utopie, zumal die Bahn dort bis 2021/22 einen Haltepunkt bauen will und die Brücke spätestens dann auch als Fußgängerüberquerung benötigt wird", sagt Ludwig.

Autobahnauffahrt: Grünebergtangente und der neue Energie- und Technikpark, den die Stadtwerke 2019 am Grüneberg eröffnen wollen, werden zusätzlichen Verkehr bringen. Geplant ist eine Autobahnauffahrt von der Loebstraße auf die A.602, etwa auf Höhe der Pfalzeler Eisenbahnbrücke. "Auch die Höhenstadtteile wären dann viel besser an die Autobahn angebunden", sagt Ludwig. Für eine Autobahnauffahrt ohne parallele -abfahrt müsse zwar eine Sondergenehmigung her, "aber das dürfte zu machen sein", sagt Ludwig - und zwar möglichst binnen der nächsten fünf, sechs Jahre.

Moselbahndurchbruch: Das langjährige Schlüsselprojekt zwischen Kürenzer Straße und Wasserweg ist aufgeschoben, bis die Grünebergtangente fertig ist. "Sonst würden wir die ohnehin überlastete Kreuzung Metternichstraße/Avelsbacher Straße zum Erliegen bringen", sagt Ludwig.

Nordbrücke: Die Verbindung über die Mosel zwischen Trier-Nord und etwa Biewer werde zwar "mindestens in den nächsten zehn Jahren nicht gebaut", sagt Ludwig. Trotzdem seien alle Verkehrsprojekte so geplant, dass sie einen späteren Brückenschlag nicht unmöglich machen.Info

Kein Radweg im Kreisverkehr

Die Vorgaben des städtischen Radverkehrskonzepts würden bei allen Planungen und Straßenbaumaßnahmen berücksichtigt, betont Baudezernent Andreas Ludwig. "Aber durch einen so großen Kreisel wie in Trier-Nord können wir keine Radfahrer auf der Fahrbahn mitfahren lassen", sagt er. Möglich sei stattdessen der Bau eines seperaten, breiten Radwegs parallel zum Verkehrskreisel am Nells Park vorbei.