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Amphitheater Trier: Eine antike Arena von seltener Größe

Geschichte erleben : Das Amphitheater in Trier: Wo Besucher eine antike Arena von seltener Größe finden

Es gab eine Zeit, in der das Amphitheater von Trier schon begraben war. Heute können Besucher wieder seine imposante Größe erleben. Sogar der Keller der alten Gladiatoren-Arena ist zugänglich.

Das Zentrum einer jeden römischen Stadt war häufig das Amphitheater. Unter dem Motto „Brot und Spiele“ wurde hier die Bevölkerung bei teilweise nach heutigen Maßstäben grausamen Veranstaltungen unterhalten. Das konnten blutige Gladiatoren-Kämpfe oder Tierhetzen sein. Trier macht da keine Ausnahme. Das imposante Amphitheater der Stadt kann heute noch besichtigt werden und ist darüber hinaus eine beliebte Konzert-Location.

Wann wurde das Amphitheater in Trier gebaut?

Der Bau des römischen Amphitheaters in Trier wird auf das 2. Jahrhundert datiert. Neben dem Amphitheater wurde zeitgleich mit dem Bau einer Rennbahn begonnen, die heute jedoch leider nicht mehr erhalten ist.

Die Arena des Amphitheaters hat eine Größe von 120 mal 145 Meter und auf den drei Rängen mit je 26 Sitzreihen fanden rund 20.000 Zuschauer Platz. Damit ist das Amphitheater in Trier das zehntgrößte unter den rund 70 bekannten römischen Amphitheatern. Die Arena diente der Massenunterhaltung, war gleichzeitig als Prachtbau aber auch eine Demonstration der Macht und zeigte, welche Bedeutung die Stadt Trier für die Römer hatte. Zur Unterhaltung der Massen fanden in der Arena Kämpfe zwischen Gladiatoren statt. Ebenso wurden wilde Tiere auf Menschen gehetzt. Neben diesen beliebten und blutrünstigen Veranstaltungen wurde das Amphitheater aber auch als Ort für Versammlungen und religiöse Feste genutzt.

Im zweiten Jahrhundert wurde das Amphitheater als östliches Stadttor in die Stadtmauer integriert, die zu diesem Zeitpunkt gebaut wurde. Somit diente das Amphitheater nun auch als Stadtzugang. Um die Zeit der Germanenkriege, im Jahr 275, wurde das Amphitheater stark beschädigt. Unter Kaiser Constantins Chorus konnte es aber wiederhergestellt werden.

Was geschah nach den Römern mit dem Amphitheater?

Als im Jahr 406 und 407 erneut germanische Stämme die römische Stadt Trier angriffen, wurde das Amphitheater als festungsartige Burg genutzt, worin die Bevölkerung Schutz fand. Nach den Römern zogen die Franken in Trier ein. Während dieser Zeit wurde das Amphitheater abermals zerstört und die Steine zum Bau von Klöstern weiterverwendet. Das Amphitheater diente somit als Steinbruch. Bis ins 19. Jahrhundert nannte die Bevölkerung die Anlage „Kaskeller“, von welcher man auf eine vermutliche Nutzung der unterirdischen Räume schließen kann. Mit der Zeit wurde die Arena immer mehr verschüttet und vergessen. Weingärten wuchsen nun auf den Rängen des ehemaligen Amphitheaters. 1816 wurde die Arena von den Preußen wieder ausgegraben und freigelegt. Seit 1986 ist das Amphitheater Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

 Nischen und Gänge des Amphitheaters sind heute noch erhalten.
Nischen und Gänge des Amphitheaters sind heute noch erhalten. Foto: David Kunz

Was ist vom alten Amphitheater in Trier erhalten?

Unter der Arena liegen Räume, die auch heute noch erhalten sind. Heutzutage sind sogar die Steinkammern in den Mauern noch sichtbar. Diese dienten früher der Unterbringung von Tieren und Gladiatoren. Außerdem sind zwei Gewölbeeingänge auf der Westseite des Theaters noch erhalten. Hier befanden sich früher die Ehrensitze. Dank einer schützenden Torfschicht, die sich während der Jahre gebildet hatte, konnten viele Einzelfunde während der Freilegung gemacht werden. So fanden Archäologen zum Beispiel Verfluchungstäfelchen, Elfenbein, Arbeiten aus Eisen oder Bronze, Blei oder Silber.

Das Amphitheater kann übrigens besucht werden und dabei können die Hobby-Archäologen die Arena, die Ränge und das Kellergeschoss besichtigen. Auch die Käfige, wo Mensch und Tier auf den Kampf warteten, können heute noch erkundet werden.

Gibt es Führungen durch das Amphitheater in Trier?

An verschiedenen Tagen findet im Amphitheater die offene Führung „Gladiator Valerius“ statt. Hier werden die Teilnehmer durch die Keller und Kanäle der Arena geführt und hören Geschichten aus der Zeit, in der das Amphitheater noch als solches genutzt wurde.

Von April bis September finden die Führungen freitags und samstags sowie an Sonn- und Feiertagen um 18 Uhr statt. Im Oktober beginnt die Führung bereits um 17 Uhr. Sie dauert circa eine Stunde und kostet für Erwachsene 18 Euro und für Kinder 10 Euro. Außerdem gibt es Familientickets für insgesamt 45 Euro. Weitere Angebote sind die Gruppenführungen „UNESCO-Welterbestätten – römische Großbauten und Kirchen“, „Römerbauten“, „Die römische Kaiserresidez“, „Die Römer als Baumeister und Handwerker“ und „Stadtrundfahrt 2 Stunden – 2000 Jahre“. Diese Führungen dauern zwischen einer und vier Stunden. Die Preise variieren zwischen 50 und 200 Euro pro Gruppe. (Stand: April 2022)

Der Eintrittspreis für das Amphitheater und andere Kulturstätten kommt bei allen Führungen obendrauf, denn oft werden bei den Touren gleich mehrere Kulturstätten besucht. Neben den offenen und den Gruppenführungen gibt es Führungen für Schulklassen und Angebote für Familien. Außerdem sind Führungen für Gehörlose, Blinde und sehbehinderte Menschen zu buchen.

Was kostet der Eintritt zum Amphitheater in Trier?

Der Eintritt in das Amphitheater in Trier kostet für Erwachsene vier Euro und für Kinder und Jugendliche 2,50 Euro. Erwachsene mit Ermäßigung zahlen drei Euro, Kinder unter sieben Jahren haben einen freien Eintritt. Außerdem gibt es Gruppenpreise: Ab einer Personenanzahl von zehn Leuten, zahlt jede Person der Gruppe 3,50 Euro. Kinder und Jugendliche müssen dann nur noch zwei Euro Eintritt zahlen. (Stand: April 2022)

Außerdem gibt es verschiedene Familienkartenangebote. Ein Erwachsener mit bis zu vier Kindern ab sieben Jahre zahlt den Familienpreis von vier Euro; zwei Erwachsene mit bis zu vier Kindern zahlen acht Euro Eintritt. Jedes weitere Kind kostet 0,50 Cent. Auch hier gilt: Kinder unter sieben Jahren zahlen keinen Eintritt.

Die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr. Im Winter sind die Öffnungszeiten verkürzt. Im Oktober hat das Amphitheater von 9 bis 17 Uhr geöffnet, von November bis Februar hat das Amphitheater von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Im März täglich von 9 bis 17 Uhr. Der letzte Einlass ist 30 Minuten vor Schluss.

Wo kann man am Amphitheater parken?

Das Amphitheater liegt südöstlich des Stadtzentrums. Die Adresse ist Olewiger Straße 25, 54295 Trier. Vor Ort ist das Parken auf verschiedensten Parkplätzen möglich. In Trier kann man sich nach den Schildern „Centum“ richten, um ins Zentrum der Stadt zu gelangen. In der Innenstadt gibt es Wegweiser des Parkleitsystems, die den Weg zum nächsten Parkhaus zeigen und die aktuell freien Parkplätze. Außerdem ist Trier mit dem Zug zu erreichen.

Für welche Art von Veranstaltungen wird das Amphitheater in Trier genutzt?

Im Amphitheater Trier kann man an verschiedenen Führungen teilnehmen. So finden im Amphitheater offene Führungen sowie Gruppen- oder Schulklassenführungen statt. Für Schulklassen werden ebenfalls Rallyes angeboten. Außerdem gibt es zeitweise Open-Air-Veranstaltungen. Unterschiedliche Konzerte finden immer wieder im Amphitheater statt. Außerdem können Theateraufführungen besucht werden.

Ist das Amphitheater in Trier für Kinder interessant?

Das Amphitheater Trier kann komplett besichtigt werden. Dazu gehören dann die Ränge und der Keller. Als Römer verkleidete Schausteller führen Schwertkämpfe auf. Bei einer Familien-Rallye können die Kinder das Amphitheater auf spielerische Weise erkunden und Wissenswertes lernen. Außerdem gibt es Erlebnisführungen, bei denen vom Leben der Gladiatoren berichtet wird. So zum Beispiel die Erlebnisführung „Der Gladiator Valerius“, die allerdings erst für Kinder ab zehn Jahren zu empfehlen ist. Hier erfahren die Besucher Wissenswertes aus dem Leben des Gladiatoren Valerius und seinen Kämpfen im Amphitheater.

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