An der Universität laufen derzeit die Wahlen für das Hochschulparlament.

Uni Trier : Trierer Studierende haben die Wahl

An der Universität laufen derzeit die Wahlen für das Hochschulparlament. Ein Thema zieht sich durch die Programme. Doch nicht alle Forderungen sind ernst gemeint.

Im Foyer der Mensa an der Uni Trier bilden sich am Dienstag nicht nur an den Essensausgaben Schlangen, sondern auch vor den Wahlkabinen: Die Wahl des Hochschulparlaments steht an.  Das Studierendenparlament (Stupa) entscheidet über die Verwendung von rund 500 000 Euro aus den Semesterbeiträgen. Es wählt unter anderem den Allgemeinen Studierendenausschuss (AstA), der über die Verteilung der Geldmittel bis 1000 Euro alleine bestimmt. Bei größeren Beträgen wird das Stupa hinzugezogen.

Die Vertretungen der Studierenden haben also durchaus Befugnisse – auch, wenn an der Uni mitunter zu hören ist: „Was bringt diese Wahl schon? Das Hochschulparlament kann doch sowieso nichts entscheiden!“ Die Wahlbeteiligung ist traditionell eher gering. Von 12 575 Wahlberechtigten waren 2018 lediglich 2036 Studierende zur Wahl gegangen.

In diesem Jahr geht es bei den Wahlen um die Frage: Trink- oder Sektbrunnen? Zumindest, wenn man sich die Forderungen von „Campus Grün“ ansieht und den wohl nicht ganz so ernsten Vorschlag der „Freien Tunten Partei“ dagegen hält. Grob betrachtet treten ähnliche Parteien und Gruppen wie in der Landes- und Bundespolitik an, wobei linke und humoristische Kräfte deutlich stärker vertreten sind. Nach der Wahl 2018 stellte Campus Grün mit sieben Sitzen die stärkste Fraktion im 25-köpfigen Parlament, gefolgt von der Linken Liste mit sechs Plätzen und den Jusos mit vier Abgeordneten. Auch in diesem Jahr treten diese Hochschulgruppen wieder gegeneinander an. Neu dabei ist 2019 die Hochschulgruppe Volt, die – wie die neue europäische Partei des gleichen Namens – für internationale Gemeinschaft einsteht und an der Uni etwa eine bessere Vernetzung mit ausländischen Universitäten fordert.

Die Liberale Hochschulgruppe tritt für die Bekämpfung von Extremismus aller Art ein und fordert, die angeblich verschlafene Digitalisierung an der Uni nachzuholen. Etwa mit der Onlineverfügbarkeit von Vorlesungen zum Nachschauen. Das Stichwort Digitalisierung zieht sich als Forderung durch fast alle Wahlprogramme. Auch die Juso-Hochschulgruppe macht sich dafür stark. Zusätzlich fordert sie mehr vegane Speisen in der Mensa und eine Ausweitung des Semestertickets für Bus und Bahn. Dies könnte den Semesterbeitrag allerdings erhöhen.

Der Ring christlich demokratischer Studenten (RCDS) tritt dagegen für die Deckelung der Semesterbeiträge ein und will auch im Freien Steckdosen und WLan für die Studierenden zur Verfügung stellen. Die Linke Liste möchte mehr kritische Lehre zulassen und tritt für die Gratisverfügbarkeit von Schreibprogrammen ein. Campus Grün fordert neben dem Trinkbrunnen auch eine Frauenquote für alle Lehrenden an der Universität. Ganz so ernst nehmen nicht alle die Wahlprogramme: Die freie Tuntenpartei will nicht nur ihren Sektbrunnen, sondern auch einen barrierefreien Zugang für High-Heels-Träger auf dem Unigelände.

Die Wahlkabinen auf dem Campus sind noch heute und morgen von 10 bis 16 Uhr geöffnet.