An der Wirklichkeit vorbei

Zum Bericht "Turn- und Kilowattstunden" und dem Kommentar "Nur nichts überstürzen" (TV vom 5. Oktober):

Ich habe mit Interesse, aber auch mit Erstaunen den Bericht gelesen. Allem Anschein nach wurde hier schlecht und mehr als oberflächlich recherchiert. Selbst bei nochmaligem Durchlesen war nicht ganz klar, geht es hier um den Bau einer Solaranlage, eventuell zur Unterstützung der maroden Heizungsanlage, oder aber ging und geht es hier um eine Fotovoltaikanlage zur Gewinnung von Strom? Für eine Solaranlage wird wohl kein Investor jährlich zusätzlich zur Montage 1000 Euro zahlen. Denn hiermit wird warmes Wasser erzeugt, aber kein Strom. Es geht allem Anschein nach um eine Fotovoltaikanlage. Der Betrag von 1000 Euro pro Jahr erscheint tatsächlich wenig, wenn von zwei Dächern der Schule die Rede ist. Allerdings hat ja die Stadt Schweich auch selbst nichts zu investieren, wenn ein Investor die Anlage erstellt und zahlt. Was spricht dann, außer der Einspeisungsvergütung, dagegen? Was aber soll das dann mit der Heizung zu tun haben? Ich selbst betreibe eine solche Anlage mit vier Kilowatt auf meinem Einfamilienhaus mit rund 35 Quadratmeter Dachfläche und einer Nettoeinspeisung von rund 2000 Euro jährlich. Der erzeugte Strom wird mit einer 20-jährigen Abnahmegarantie an den Strombetreiber eingespeist. Der Einwand von Johannes Heinz (CDU) und des Reporters Friedhelm Knopp über die Verschandelung durch die Bestückung mit Fotovoltaikmodulen erscheint mir sehr weit hergeholt und allem Anschein eine vorgegebene Meinung, die anderen Orts, auch in meiner Gemeinde, vertreten wird. Die Module passen optisch sehr wohl auf ein Schieferdach und verschandeln es auch nicht, da Sie farblich unterschiedlich angeboten werden. Sie können auf meinem Dach und unter anderem bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde Ruwer, die ebenfalls mit einer neuen Fotovoltaikanlage ausgestattet ist, besichtigt werden. Der Kommentar von Herrn Knopp geht also an der Wirklichkeit vorbei. Die marode Heizung kann also unabhängig von der Anlage auf dem Dach der BodenländchenSchule saniert werden. Durch den Verkauf von Strom auf den Schuldächern kann die Stadt Schweich nicht nur mit ein Paar Tropfen entlasten werden (Nachverhandlungen mit dem Investor vorausgesetzt). So ließen sich doch zwei Projekte ohne zusätzliche Kosten verwirklichen, und der Umwelt wäre zusätzlich gedient. Jürgen Soffel, Thomm