An Silvester funkte es

GUSTERATH. (dis) Das seltene Jubiläum der Diamantenen Hochzeit feierten Helene (geborene Bayer) und Helmut Bertz im Kreise ihrer Verwandten und Freunde: Sie sind seit 60 Jahren verheiratet.

Viele Gratulanten, die Glückwünsche überbrachten, begrüßten die Jubilare im Bürgerhaus. Zu ihnen gehörten auch die Töchter Waltraud und Heilwig sowie Schwiegersohn Hermann und Enkel Michael. Die Glückwünsche der Verbandsgemeinde und der Bevölkerung von Gusterath überbrachten Bürgermeister Bernhard Busch und Ortsbürgermeister Günter Scherer. Busch war über die gute Gesundheit des Paares erfreut und ging in seiner Ansprache auf deren sechs gemeinsamen Jahrzehnte ein. "Offiziell sind sie seit 60 Jahren ein Paar und haben gemeinsam viele schöne aber auch harte Jahre erlebt," sagte er. In der schwierigen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sei es eine mutige Entscheidung gewesen, sich das Ja-Wort zu geben. Die beiden 81-Jährigen hätten aber stets an ihr gemeinsames Glück geglaubt und die Entscheidung nie bereut. Auch wenn es in einer so langen gemeinsamen Ehe schon mal gelegentlich zu Meinungsverschiedenheiten komme, würden die wieder aus der Welt geschafft werden. "Sie sind durch ihre lange Ehe echte Vorbilder für unsere Jugend," sagte der Bürgermeister. Busch und Scherer wünschten dem Ehepaar für die Zukunft Gesundheit und noch viele gemeinsame Jahre.Sie lernen sich bei Belgrad kennen

Helmut Bertz hatte als Marinesoldat seine spätere Frau in Pantscheva bei Belgrad an Silvester kennengelernt. Nach der Flucht feierten sie 1946 Hochzeit im brandenburgischen Ort Netzen. 1954 verschlug es das Ehepaar an die Ruwer. Sie wurden in Gusterath heimisch. Zunächst wohnten sie im heutigen Bürgerhaus, das damals als "Flüchtlingshaus" vier Familien ein Dach über dem Kopf bot. Nachdem Helmut Bertz zunächst bei dem Schuhhersteller Romika arbeitete, bot sich ihm später die Gelegenheit, die Aufgaben des Hausmeisters in der Gusterather Schule zu übernehmen. Damit war auch ein Umzug in die damalige Lehrerwohnung möglich. Ortsbürgermeister Scherer erinnert sich: "Helmut Bertz hat immer beste Arbeit geleistet. So kümmerte er sich sowohl im Kindergarten als auch im umgebauten Bürgerhaus als Hausmeister um jede Kleinigkeit." Helene und Helmut Bertz wollen sich künftig durch Sport fit halten. So nehmen sie wöchentlich an den Übungsstunden der Versehrtensportgruppe Ruwertal teil.

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