Angriff auf junge Allee

Zum zweiten Mal haben Unbekannte eine neu angepflanzte Baumallee im Naturschutzgebiet Mattheiser Wald zerstört. Die Bundesforst-Behörde will Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

 Vandalen haben mehr als 40 neu gepflanzte Bäume an einem Wanderweg durch das Naturschutzgebiet Mattheiser Wald abgehackt. TV-Foto: Christiane Wolff

Vandalen haben mehr als 40 neu gepflanzte Bäume an einem Wanderweg durch das Naturschutzgebiet Mattheiser Wald abgehackt. TV-Foto: Christiane Wolff

Trier-Mariahof. Was mag die Vandalen getrieben haben, die mehr als 40 junge Bäume entlang eines Spazierwegs durch den Mattheiser Wald "geköpft" haben?

Zersplittert ragen die rund zehn Zentimeter dünnen Stämme der Rosskastanien und Linden aus ihren Manschetten heraus, die die Bäume eigentlich vor Tierfraß schützen sollten. Baumkronen und abgerissene Äste liegen im Graben daneben.

"Das war kein Holzdiebstahl, das war blinde Zerstörungswut", sagt Revierförster Matthias Coulon.

Und das nicht zum ersten Mal: Im Herbst 2006 hatte die Bundesforst-Behörde zum ersten Mal die insgesamt aus mehr als 80 Bäumen bestehende Allee an der sogenannten Panzerstrecke durch das ehemalige Militär- und heutige Naturschutzgebiet Mattheiser Wald angepflanzt.

"Als Ausgleichsmaßnahme für die Erweiterung des Flugplatzes Spangdahlem", erklärt Coulon. Außerdem sollten die Bäume später Schatten werfen auf den von Spaziergängern, Joggern, Walkern und Mountainbike-Fahrern viel genutzten Weg.

Doch nur wenige Wochen später waren mehr als 60 der Bäume vernichtet. Auch damals hatten Unbekannte die Baumkronen abgeknickt und herausgerissen.

Im Herbst 2007 startete Coulon den zweiten Anlauf. Die gut 60 vernichteten Bäume wurden durch neue Stämme ersetzt. "Obwohl ich mir eigentlich schon sicher war, dass die Pflanzung wieder zerstört wird."

Tasächlich schlug der oder die Unbekannte in den vergangenen Tagen erneut zu. Systematisch haben sich die Täter durch die Allee gearbeitet, "bewaffnet" offenbar mit einem scharfen Beil.

"Es ist schon frustrierend, wenn die Leute an Pflanzen - die ja lebende Organismen sind - ihre Aggressionen auslassen", kommentiert der Revierförster.

Randalierende Jugendliche, die mit sich und der Welt unzufrieden sind, könnten für die Tat verantwortlich sein, schätzt Coulon, der bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstatten will.

Immerhin beläuft sich der Schaden inklusive Pflanzen und Arbeitsaufwand auf rund 5000 Euro, die zu Lasten des Bundes gehen.

Zum dritten Mal will Revierförster Matthias Coulon die Bäume nicht pflanzen. "Das wäre herausgeworfenes Geld." Die Ausgleichsmaßnahme für die Spangdahlemer FlugplatzErweiterung wird an anderer Stelle realisiert, und der beliebte Spazierweg weiter ohne Baumallee und Schatten bleiben.