Angst vor dem Wasser
In der Sitzung des Ortsbeirates Trier-Ehrang/Quint stand unter anderem das Dauerthema "Mühlengelände" zur Debatte. Dabei äußerten einige Anlieger der Friedhofsstraße heftigen Unmut über die aus ihrer Sicht unzureichenden Hochwasserschutz-Vorkehrungen.
Trier-Ehrang/Quint. Wann endlich die geplante Trasse der "B 422 neu" realisiert wird, in der alten Villa Seifert Dienstleistungsräume noch unbekannter Art entstehen und im gleichen Zug ein großflächiger Discounter mit 100 Stellplätzen und Tiefgerage auf dem verwaisten Mühlengelände Angebote für die Nahversorgung machen wird, steht noch in den Sternen. Ab 2010 könne vielleicht mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen werden, so Rolf Weller vom Stadtplanungsamt - allerdings lässt der Bau schon seit Jahren auf sich warten.
Mehr Verkehr in der Friedhofsstraße
Der Ortsbeirat, der sich zur Vorbereitung auf die Sitzung durch einen etwa 15 Zentimeter dicken Vorlage-Stapel mit einer Fülle von Hinweisen und Stellungnahmen verschiedener Beteiligter und einen 100-seitigen Umweltbericht hatte durchquälen müssen, befasste sich demzufolge eher mit gestalterischen Fragen und Änderungen des zukünftigen Geländes.
Eine rechnerische Folge der zukünftigen "B 422 neu" ist die veränderte Fahrzeugbelastung im Ort. Während in Garten- und Niederstraße der Verkehr zurückgehen soll, ist in der Friedhofsstraße mit einer Zunahme zu rechnen. Nicht nur dieser Punkt rief den Unmut einiger Gäste der Ortsbeiratssitzung hervor. Die Anlieger der Friedhofstraße äußerten vehement ihre Bedenken hinsichtlich des Hochwasserschutzes. Die neue Trassenführung der B 422 über das Mühlengelände in Richtung Oberstraße und Friedhofstraße führe zu einem zusätzlichen Rückstaueffekt bei Hochwasser, da die Abflussmöglichkeit der Kyll durch die neue Trasse eingeschränkt werde. Die Ausführungen von Weller, dass sich durch bestimmte Kompensations- und Ausgleichsmaßnahmen in der Kyll rechnerisch die Situation sowohl beim 50-jährlichen als auch 100-jährlichen Hochwasser bessere, ließen die Anlieger nicht gelten. Ihrer Bitte in der Anwohnersprechstunde, den Hochwasserschutz für sie zu verbessern, kam der Ortsbeirat nicht nach - der Beschluss über die 37. Flächennutzungsplanänderung und die erneute öffentliche Auslegung war bereits einstimmig gefällt worden. Vielmehr entbrandete ein Streit, warum die Stadt auf die Einwände der Anlieger im Februar bis dato nicht reagiert und der Ortsbeirat ihre Sorgen nicht berücksichtigt habe. In der Vergangenheit hätten die Anlieger bei mehreren starken Hochwassern bereits erhebliche materielle Einbußen gehabt. "Wir haben existenzielle Ängste", so ein Anlieger. (Weiterer Bericht aus der Ortsbeiratssitzung folgt.)