Ankunft im Alltag

Wie sieht das Leben unmittelbar nach der Flucht aus? Der Reportagefotograf Herbert Piel hat die Ankunft von Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz dokumentiert. Seit Sonntag kann die Fotoausstellung "Ankunft: Rheinland-Pfalz" in den Viehmarktthermen bis zum 5. Juni besucht werden.

Trier. Wie viele Bilder der Flucht waren in den vergangenen Monaten zu sehen? Bilder von überfüllten Booten, neu errichteten Grenzzäunen und verzweifelten Menschen auf der Suche nach Schutz. Seit Anfang des Jahres 2015 bis heute sind mehr als 60 000 Flüchtlinge in den Erstaufnahmeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz angekommen. Diese Ankunft hat der Reportagefotograf Herbert Piel für die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz dokumentiert; der TV hat einige von ihnen schon auf einer Anders!-Seite gezeigt. Es keine Bilder der Flucht, sondern Bilder des Zusammenlebens, Bilder des Alltags der Flüchtlinge in ihrem kurzzeitigen neuen "Zuhause". Die Fotos decken keine Missstände auf, sie vermitteln vielmehr die Emotionen der Menschen in den Unterkünften.In der Ausstellung in den Trie rer Viehmarktthermen sind nun einige dieser 1000 Aufnahmen zu sehen: Absperrzäune als Wäscheleinen, improvisierte Steckdosenverteiler als Handyladestationen, Schlangen vor der Essensausgabe, spielende, aber auch traurige Kinder. Dennoch wird ein überwiegend positives Gefühl vermittelt. Der in Boppard lebende renommierte Fotograf Herbert Piel war bereits in vielen Krisengebieten unterwegs. Diese Erfahrung habe ihm beim Besuch der Aufnahmeeinrichtungen geholfen, erzählt er bei der Ausstellungseröffnung. Um zu verdeutlichen, wie die Arbeit nicht ablief, zückt er sein Handy und richtet die Kamera auf die Besucher. Piel habe sich auf niemanden gestürzt, die Leute seien zu ihm gekommen und hätten viel erzählt. Für Dagmar Barzen, Präsidentin der ADD, spiegeln die Fotos Momente, wie sie diese auch damals erlebt habe: Zunächst habe man verunsicherte Gesichter gesehen, dann aber auch Erleichterung, Hoffnung und Dankbarkeit. sebiDie Ausstellung der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz ist bis zum 5. Juni in Trier zu sehen (Öffnungszeiten täglich 9 bis 17 Uhr, montags, außer an Feiertagen, geschlossen) und kann für weitere Institutionen und Kommunen bei Herbert Piel angefragt werden. Weitere Informationen unter herbert-piel.de

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