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Anlieger und Geschäftsleute in Trier kritisieren Zeitpunkt für B-51-Sperrung

Anlieger und Geschäftsleute in Trier kritisieren Zeitpunkt für B-51-Sperrung

Die Pendler können zunächst aufatmen, für die Gastronomen auf den Höhen über Trier und die Fachhochschule kommt die B-51-Sperrung 2012 dagegen zu einem schlechten Zeitpunkt. Denn die Bauphase fällt mitten in die Hochsaison der Betriebe.

Trier. "Katastrophal", "tragisch", "eine Existenzfrage": Die Gastronomen im Bereich der Hauptverbindung in die Eifel fürchten um ihr Geschäft und ihre Mitarbeiter. Denn der geplante neue Termin für die Sperrung der Bundesstraße 51 zwischen der Fachhochschule und der Kaiser-Wilhelm-Brücke nach der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 fällt genau in die Sommermonate. Und damit in die Hochsaison der Betriebe.
Die Stadt hat den Ausbau der Bitburger und die Sanierung der Napoleonsbrücke vom vierten Quartal dieses Jahres ins kommende Jahr verschoben, weil eine Sanierung ihren Angaben zufolge bei winterlichen Temperaturen kaum möglich sei. Zudem möchte sie die Zufahrt zur Innenstadt während der Adventszeit offen halten.
"Der Termin passt überhaupt nicht", sagt Ursula Erdmann vom Berghotel Kockelsberg. Ihr Restaurant ist einer von drei Gastronomiebetrieben, die auf den Bergen oberhalb der Stadt angesiedelt sind und deren einzige Verbindung in die Innenstadt die B 51 ist. Erdmann ist sich sicher: Fällt diese Verbindung weg, bleiben auch die Kunden aus. "Damit macht die Stadt uns das Geschäft kaputt." Dabei müsste sie gerade von April bis Oktober genug Geld verdienen, um über den Winter zu kommen, fügt Erdmann hinzu. "Meine Leute können dann stempeln gehen, die sind dann arbeitslos."
1500 Studenten täglich betroffen


Das befürchten auch ihre Kollegen Markus Schröder vom Stadtwaldhotel und Monika Adamkiewicz vom Restaurant Weisshaus. "Acht Wochen kann ich das ganze Personal nicht halten", sagt Schröder. Monika Adamkiewicz hofft aber, dass die Stadt eine gute Lösung findet, damit die Betriebe nicht zu große Verluste erleiden. "Ich habe da Vertrauen in die Stadt."
Wie eine solche Lösung aussehen könnte, weiß sie nicht. "Wir warten jetzt erst den genauen Termin ab", sagt Adamkiewicz. Markus Schröder hat dagegen schon einen konkreten Wunsch. Er möchte, dass die Straße wenigstens am Wochenende geöffnet ist. "Das ist ja für uns eine Existenzfrage." Er geht davon aus, dass zumindest die Restaurantgäste keinen Umweg in Kauf nehmen werden. Schröder: "Mir hätte der Februar oder März am besten gepasst, denn die Saison beginnt bei uns an Ostern."
Dieser Termin wäre auch Fachhochschul-Präsident Jörg Wallmeier am liebsten gewesen.
Eine Sperrung während des Semesters sei hingegen katastrophal, sagt Wallmeier. Schließlich sind es laut dem FH-Präsidenten rund 1500 Studenten, die täglich zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus zur Fachhochschule müssen. "Und wir haben nur diese eine Verbindung in die Stadt."

Dass der Zugang in die Innenstadt dichtgemacht wird, sehen auch die Trierer Händler kritisch. Sie befürchten Einbußen durch fernbleibende Kunden vor allem aus Luxemburg und der Eifel.
Karin Kaltenkirchen von der City Initiative gewinnt jedoch zumindest der Verschiebung eine gute Seite ab: "Es ist auf jeden Fall positiv, dass die Sperrung aus der Weihnachtszeit raus ist." Generell gebe es für die Sanierungsarbeiten aber keinen passenden Zeitpunkt.
Denn: Die Zufahrt zur Stadt abzusperren, sei für die Händler immer schlecht. Wie hoch die Einbußen sein werden, kommt laut Kaltenkirchen aber auf die Ausweichstrecken an. "Wir werden dazu demnächst ein Gespräch mit der Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani führen."
Auf ein klärendes Gespräch wartet Markus Schröder dagegen noch immer. Er ärgert sich über die Stadt. "Sie sagen immer, sie würden informieren, aber bisher ist noch nichts geschehen!" Einen idealen Termin für die Sperrung der B 51 werde niemand finden, sagt Wolfgang Reiland, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Trier-Land. "Es wird immer Probleme geben." Wichtig sei aber, das Ganze frühzeitig abzusprechen, damit eine Abstimmung mit den anderen Baustellen auf den Ausweichstrecken, zum Beispiel der Ehranger Brücke, erfolgen könne. Die Bauphase ab Mai 2012 nach der Heilig-Rock-Wallfahrt sieht Reiland positiv. Die Chance, dass während der Sperrung auch kontinuierlich gebaut werden könne, sei im Sommer höher als im Winter. "Ich würde mir aber wünschen, dass solch ein Projekt kein Acht-Stunden-Tag ist, sondern dass länger gearbeitet wird", fügt Reiland hinzu. Zudem solle auch der Samstag intensiv genutzt werden. hsc