Anmutige russische Schwäne

Das Ballett "Schwanensee" ist ein Erlebnis der besonderen Art. Als der Klassiker am Wochenende auch noch vom Russischen Staatsballett auf die Bühne der Trierer Arena gezaubert wurde, hagelte es "Bravo-Rufe".

Trier. Der Vorhang öffnet sich. Das Publikum starrt gebannt auf die Bühne. Spitzentanz, perfekte Pirouetten und hohe Sprünge entführen die Zuschauer in die Welt des Balletts, wo alles so einfach und federleicht aussieht. Wer sich mit diesem Sport beschäftigt hat, weiß, dass hier Spannung bis in die Zehenspitzen gefragt ist und nur jahrelanges Training von klein auf zu solcher Körperbeherrschung führt.Neben glitzernden Kostümen wie aus alten Zeiten zeigt die Vorstellung ein märchenhaftes, Bühnenbild, das sich während der Vorstellung mehrfach wandelt.Tanzende Märchenwelt

Hier zur Auffrischung die märchenhafte Geschichte: Prinz Siegfried soll sich eine Frau wählen. Zahlreich erscheinen Anwärterinnen am Hof, doch der Prinz trifft Odette, die Schwanenprinzessin, die von einem bösen Zauberer dazu verdammt wurde, bei Tag ein Schwan und nur bei Nacht ein Mensch zu sein. Selbstverständlich verliebt sich Siegfried in Odette. Doch wie das im Märchen so ist - der Prinz muss hart um die Liebe kämpfen. Der Zauberer versucht, dem Prinzen seine Tochter Odile als Braut zu verkaufen und schafft Odette beiseite. Natürlich siegt die wahre Liebe. Und der Prinz kann seine Schwanenprinzessin wieder zum Leben erwecken. Ende gut, alles gut.Ballerina überzeugt in Doppelrolle

Soviel zur Geschichte, die mittlerweile in vielen Abwandlungen gespielt wird. Das Ballett stellt hohe Anforderungen an das tänzerische Können der Darsteller. Die russischen Talente überzeugen durch Perfektion und Ausstrahlung. Die Rolle der Odette und Odile erfordert besonders großes tänzerisches und schauspielerisches Können. Beide Rollen werden nämlich von einer Ballerina getanzt. In dieser Vorstellung werden die beiden Charaktere mit einer Ausstrahlung und Grazilität getanzt, dass selbst Ballett-Muffel weich werden. Die Trierer waren jedenfalls begeistert vom Staatsballett und seiner Interpretation des "Schwanensee". Das zeigten die "Bravo-Rufe" und der anhaltende Applaus, der hier nicht nur am Ende, sondern auch zwischen den Darbietungen gegeben wurde.