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Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel Welschbillig Newel Trierweiler

Infrastruktur : Mehr als 800 Quadratmeter sollen es sein

In der Verbandsgemeinde Trier-Land gibt es gleich mehrere Orte, die neue Supermärkte haben wollen. Doch es gilt, einige Hürden zu überwinden.

Newel/Trierweiler Newel an sich ist noch nicht einmal der größte Ortsteil der Gemeinde Newel. Rund 760 Menschen leben dort. Doch mit den Ortsteilen Lorich, Beßlich und vor allem dank Butzweiler sind es knapp 3000. Dieses „knapp“ wollen einige Neweler nun ändern. Denn ein Überspringen dieser Hürde würde es möglich machen, dass ein neuer und größerer Supermarkt im Ort ansiedeln kann (siehe Info).

In Orten ohne besondere zentralörtliche Funktion sind nur Einkaufsmärkte mit maximal 800 Quadratmetern Verkaufsfläche möglich. Laut Landesentwicklungsplan ist in Orten mit mehr als 3000 Einwohnern hingegen ausnahmsweise großflächiger Einzelhandel mit bis zu 1600 Quadratmetern zulässig.

Aktion „Newel braucht dich“

Aus diesem Grund gibt es nun im sozialen Netzwerk Facebook die Aktion „Newel braucht dich“. Im Eintrag heißt es, dass Newel Stand 30. September 2018 2938 Einwohner habe. Im Juli seien es 2955 gewesen. Nun stelle sich die Frage, ob es nicht gelinge „62 Studenten/Azubis/... zu überzeugen, sich wieder hier in ihrer Heimatgemeinde mit  Zweitwohnsitz im Elternhaus anzumelden? Oder gibt es hier im Ort nicht Partner, die zeitweise bei Freund/Freundin wohnen, aber (noch) nicht in Newel gemeldet sind?“. Peter Klaßen, erster Beigeordneter der Ortsgemeinde Newel, sagt, dass es sich bei dem Aufruf zwar nicht um einen offiziellen Aufruf der Gemeinde handele. „Es würde uns jedoch viel helfen, wenn wir die 3000 Einwohner hätten.“ Denn in Newel gibt es im Gewerbegebiet unweit der B 51 einen passenden Standort und auch einen Interessenten. Doch dem sind die derzeit maximal zulässigen 800 Quadratmeter offenbar zu wenig.

Keine Erweiterungsmöglichkeit

Nun gibt es im Ortsteil Butzweiler bereits einen Supermarkt. Und nicht wenige Bürger fürchten, dass der Frischemarkt Oeltges durch die Neuansiedlung kaputt gemacht würde. Dazu sagt Theodora Oeltges: „Wir haben die Neuansiedlung angeregt.“ Mit rund 300 Quadratmetern sei der Markt in Butzweiler einfach zu klein. Es gebe auch keine Erweiterungsmöglichkeiten. Der Standort sei deshalb auf Dauer nicht zu halten. Anders sähe es in Newel aus, wo ausreichend Platz zur Verfügung stehe.

Im benachbarten Welschbillig mit seinen gut 2600 Einwohnern in mehreren Ortsteilen gibt es keine Aktion, um die 3000-Einwohner-Hürde zu nehmen. Es gibt jedoch ein ähnliches Problem. Der Supermarkt in der Ortsmitte wird aufgrund seiner Größe und den fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten schließen. Deshalb ist die Ortsgemeinde auf die Suche nach einem Alternativstandort gegangen. Den glaubte man unweit des Eduardstifts am Helenenberg an der B 51 gefunden zu haben. Bei diesem Vorhaben spielt jedoch die Kreisverwaltung nicht mit. Deshalb sind nun nach Auskunft von Ortsbürgermeister Werner Olk wieder zwei Flächen in den Blick geraten, die schon früher auf der Rechnung waren. Diese liegen am Ortsausgang Richtung Helenenberg und am Ortsausgsgang Richtung Windmühle. „Wir sind an der Sache dran“, sagt Olk.

Ausnahmeregelung möglich

Mit rund 3800 Einwohnern landet Trierweiler weit jenseits der 3000er-Grenze. Auch dort will man großflächigen Einzelhandel. Dazu sagt Ortsbürgermeister Matthias Daleiden: „Meine Intention war es immer, einen Discounter in unserem Gewerbegebiet anzusiedeln.“ Das gehe jedoch nicht, da nach dem regionalen Raumordnungsplan Einzelhandel in einem Gewerbe- und Industriegebiet nicht zulässig ist. Die Planungsgemeinschaft Region Trier habe im Zusammenhang mit der Bewertung des Nahversorgungskonzepts der Verbandsgemeinde Trier-Land ausgeführt, dass mit Ausnahmegenehmigung in Trierweiler großflächiger Einzelhandel möglich sei. „Diese Ausnahmeregelung für zentrale Orte wie die Gemeinde Trierweiler gibt mir Anlass zur Hoffnung, dass es uns gelingen könnte, einen Discounter wie Aldi oder Lidl in der Gemeinde anzusiedeln.“ Es werde wohl nicht gelingen, einen Markt in den Ortsteilen Trierweiler oder Sirzenich anzusiedeln. „Wir müssen daher an die Peripherie zur B 51 und zur Nähe der Autobahn A 64 gehen.“ Das Gewerbegebiet scheidet zwar aus. „Diese Voraussetzungen erfüllt aber aus meiner Sicht auch unser kleiner, direkt an der B 51 gelegener Ortsteil Neuhaus.“ Dort eigneten sich ortsnahe Flächen links und rechts der Landesstraße 43, die von Neuhaus nach Trierweiler führt.

„Vor wenigen Tagen habe ich erste Gespräche in der Sache mit den Eigentümern geführt, die Anlass zum Optimismus geben.“ Daleiden habe aber auch eine Fläche auf der anderen Seite der B 51 direkt gegenüber dem Gewerbegebiet im Blick.