Ansturm auf die Fußgängerzone

In keiner rheinland-pfälzischen Großstadt gibt es so viele Passanten wie in Trier. Mit über 8000 Personen pro Stunde liegt das Oberzentrum sogar unter den Top 20 in Deutschland.

Trier. Wer samstags durch die Trierer Innenstadt geht, kennt das: Gedränge, rund um den Hauptmarkt ist oft kein Durchkommen mehr. "Milljunen Leit" sind unterwegs. Trier zieht die Massen an. Das Oberzentrum braucht sich bei den Passantenzahlen in der Fußgängerzone nicht hinter Metropolen wie Stuttgart, Hamburg oder gar Berlin zu verstecken. 8295 Passanten wurden an einem Samstagmittag in der Trie(rer Simeonstraße innerhalb einer Stunde gezählt. So viel wie noch nie in den vergangenen acht Jahren. Das ist das Ergebnis der Passantenfrequenz-Zählung der Düsseldorfer Immobiliengesellschaft Kempers. Zum Vergleich: 1994 wurden in der Fußgängerzone lediglich 6117 Passanten gezählt.Mit dem neuesten Ergebnis schafft es die Moselstadt das erste Mal auf Platz eins rheinland-pfälzischer Großstädte. In Ludwigshafen wurden zur gleichen Zeit gerade mal 4530 Passanten in der Haupteinkaufsmeile gezählt, in Koblenz waren es 4410, in Mainz 3995, in Worms wurden 2565 und in Kaiserslautern 2540 Passanten ausgemacht.

Bei der Analyse von Kempers werden jährlich bundesweit die 165 wichtigsten Einkaufsstraßen Deutschlands untersucht. In diesem Jahr wurden die Passantenfrequenzen in allen Städten zeitgleich am Samstag, 12. Mai, zwischen 13 und 14 Uhr unter die Lupe genommen. Trier rutschte dabei zum ersten Mal unter die Top 20 der deutschen Spitzeneinkaufsstädte. Mit Platz 19 schafft es das Oberzentrum sogar deutlich vor die boomenden Ostmetropolen Leipzig und Dresden. Auch Wiesbaden wird von dem Oberzentrum auf Platz 24 verwiesen.

Einsamer Spitzenreiter in der Auflistung ist und bleibt die Kölner Schildergasse mit 14265 Passanten pro Stunde. Die Fußgängerzone der Domstadt ist damit unangefochten die meistbesuchte Einkaufsmeile in Deutschland. Gefolgt von München, Kaufingerstraße, (14010) und der Frankfurter Zeil (13950). Die Luxusmeile Düsseldorfer Kö schafft es gerade mal auf 5550 Passanten pro Stunde.

Laut der auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierten Immobiliengesellschaft Kempers hat die Passantenfrequenz hohe Aussagekraft für die Standortqualität. "Nachhaltige Frequenz-Veränderungen beeinflussen den erzielbaren Umsatz der Einzelhändler und wirken sich damit auch auf Mietnachfrage und Miethöhe aus", sagt Gerhard Kempers, Chef des Makler-Unternehmens. Dort zählt man Trier zu den fünf wichtigsten Einzelhandelsstandorten innerhalb der kleineren Städte.

Keine Aussage lässt die Analyse über das Kaufverhalten der gezählten Passanten zu. Da Trier eine Touristenstadt ist, sind vermutlich unter ihnen auch jede Menge, die nur auf Besichtigungstour sind. Trotzdem wirken sich die Passantenzahlen auf die Ladenmieten aus. Denn auch mit den Quadratmeter-Preisen in so genannten 1-a-Lagen braucht sich Trier nicht hinter größeren Städten zu verstecken. Laut Stadtverwaltung betrug die Ladenmiete in der Simeonstraße rund um den Hauptmarkt 2003 100 bis 120 Euro pro Quadratmeter. Damit zählt Trier zu den deutschen Städten mit Spitzenmieten deutlich über 100 Euro.

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