1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Ansturm war nicht vorhersehbar

Ansturm war nicht vorhersehbar

Flüchtlinge

Zum Bericht "Minijobs für Flüchtlinge sind in der Region eine Ausnahme" und Kommentar "Behäbige Bürokratie erschwert die Integration" (TV vom 19. Mai):

Im Nachhinein ist man immer schlauer. Bedenken soll man aber die Massen an Flüchtlingen, die in den vergangenen zwei Jahren nach Deutschland eingereist sind. Dieser Ansturm war nicht vorhersehbar und ist auf die alleinige Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel zurückzuführen. Ohne Vorbereitung kann man dies auch mit gutem Willen nicht bewältigen. Von einer behäbigen Bürokratie kann hier keine Rede sein.
Auch wenn das Arbeitsmarktprogramm für Asylbewerber in Kraft getreten ist, sind die Probleme nicht gelöst.
Der Arbeitsmarkt fordert gut ausgebildete Fachkräfte, das kann von den meisten Asylbewerbern nicht erbracht werden.
Selbst Ministerin Andrea Nahles hat vor zu großen Erwartungen gewarnt. Nicht einmal jeder Zehnte bringe die Voraussetzung mit, um direkt in eine Arbeit oder Ausbildung vermittelt zu werden.
Wir kommen langsam auf den Boden der Tatsachen zurück. Ich kann mich noch gut erinnern, als Politiker lauthals bekanntgaben, dass die meisten Flüchtlinge hervorragend ausgebildet seien, dass von einem zweiten Wirtschaftswunder gesprochen wurde. Die Wirklichkeit scheint eine ganz andere zu sein. Die Umstände werden sich noch drastisch verschlechtern, sobald der Familiennachzug in 2018 beginnt, der in keiner Statistik von den gesamten Flüchtlingszahlen erwähnt wird.
Siegmar Stein
Trier