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Anwälte für die Schattenseiten des Lebens: Diakone tagen in Trier

Anwälte für die Schattenseiten des Lebens: Diakone tagen in Trier

Die Ständigen Diakone seien Anwälte dafür, dass auch die Schattenseiten des Lebens einen Platz im Gottesdienst fänden. Das sagte Bischof Stephan bei einem Gottesdienst im Rahmen der Jahrestagung der "Arbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat in Deutschland".

Trier. "Liturgie(n) - Diakon - Lebenswelten" lautete das Thema der Tagung. Im Schnittpunkt zwischen Gottesdienst und Lebenswelten stünden die Ständigen Diakone, so Ackermann. Zwar sollten Gottesdienste festlich und ästhetisch ansprechend gefeiert werden, aber auch "das Unschöne" müsse dort seinen Platz haben: "Im Gottesdienst, in der Liturgie müssen wir auch auf das schauen, wo andere eher wegschauen." Zugleich warnte der Bischof vor der Gefahr, dass der Gottesdienst zu "einem Kampfplatz für Kirchenpolitik" werde. Wichtig sei vielmehr, dass er in die "einfache Wahrheit" hineinführe: "Gott ist an unserer Seite." Tobias Kläden (Erfurt) und Stephan Winter (Osnabrück) hatten die Hauptreferate der Tagung gehalten. Auch Kläden betonte, "eine Beschränkung des pastoralen und liturgischen Engagements auf die sowieso kirchennahen Milieus ist keine vertretbare Option". Spezifische Aufgabe der Diakone sei es, die Lebenssituation der Menschen am Rand in die Mitte der Gemeinde zu tragen und sie auch im Gottesdienst ankommen zu lassen. Das könne schon damit anfangen, dass Diakone "für eine leichte Sprache Partei ergreifen", insbesondere auch im Gottesdienst, wo die Sprache eine "Insidersprache" sei, die für Menschen ohne kirchliche Sozialisation und auch für andere oft nicht verständlich sei. Stephan Winter ging auf die Bedeutung der Gabenbereitung ein. Er betonte, dass der Diakon mit seiner Person und seinem Dienst verkörpern solle, "dass das soziale Handeln durch die Logik der liturgisch gefeierten gott-menschlichen Begegnung geprägt werden soll." Wo Liturgie und die Lebenswelten der Menschen sich voneinander weg bewegten, sei dies ein "prinzipielles Defizit". In Workshops beschäftigten sich die Tagungsteilnehmer unter anderem mit der Frage, wie es gelingen kann, "lebensweltorientiert" zu predigen oder wie Gottesdienste für Menschen mit Demenz zu gestalten sind. red