Arbeit für und mit Menschen

TRIER. Menschen "an die Hand nehmen" und der Dienst für, an und mit den Menschen – so versteht sich das Diakonische Werk des Evangelischen Kirchenkreises Trier seit 40 Jahren. Der Wohlfahrtsverband feierte das Jubiläum mit Vertretern der Kirche, aus Politik und mit Mitarbeitern im Dietrich-Bonhöfer-Haus.

"Das Diakonische Werk Trier setzt deutliche Zeichen in der heutigen Zeit", sagte Malu Dreyer, rheinland-pfälzische Ministerin für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit, während der Feierstunde. Es sei die Zeit, in der die Wohlfahrtspflege vor Veränderungen stehe und der demografische und gesellschaftliche Wandel, das Thema "Alter" und das Miteinander der Generationen stärker diskutiert sowie die richtigen Weichen gestellt werden müssen. Eine soziale Infrastruktur, die sich verstärkt darauf stütze, ein Netz ehrenamtlich Tätiger aufzubauen, gelte es aufrecht zu erhalten, da europaweit die "Wohlfahrtspflege ein Spezifikum unseres Landes ist". Das Diakonische Werk sei für Trier ein wichtiger Baustein des Beistandes und der Pluralität, erklärte Bürgermeister Georg Bernarding. Im katholischen Trier schaffe das Angebot des evangelischen Wohlfahrtsverbandes eine zusätzliche Möglichkeit und biete Hilfe zur Selbsthilfe. Weiter betonte Bernarding, dass es in Zukunft vermehrt eines interkulturellen und interkonfessionellen Dialogs und Austausches bedürfe. Das ehrenamtliche Engagement sei einer der Schwerpunkte bei der künftigen Hilfe für ältere Menschen, für Menschen mit Behinderungen, für Kinder und Familien, so Bernd Baumgarten. Baumgarten ist seit 1990 Geschäftsführer des Diakonischen Werks in Trier und seit 2004 auch Geschäftsführer des Diakonischen Dienstes des Kirchenkreises Simmern-Trarbach, mit dem das Diakonische Werk kooperiert. Vor 40 Jahren begann die Geschichte des Diakonischen Werks, zunächst mit dem ehrenamtlichen Engagement innerhalb des Evangelischen Gemeindienstes für Innere Mission und Hilfswerk im Kirchenkreis Trier. Sparen durch gemeinsame Fachdienste

Erholungangebote, die Fürsorge für nicht Sesshafte, Vormundschaften und Jugendhilfe gehörten zum Spektrum. 1973 nannte sich der Gemeindienst in Diakonisches Werk um und erweiterte das Angebot auf Ehe-, Lebens- und Familienberatung, ökumenische Sozialstation, später auf Sucht- und Schuldnerberatung. Heute zählen auch der Jugendmigrationsdienst, die ökumenische Beratungsstelle für Flüchtlinge, der Fachdienst für Migration, Essen auf Rädern und die Schwangerenberatung zu den Leistungen. Jedoch sei auch das stark frequentierte Diakonische Werk gezwungen, Kosten zu sparen, erklärte Baumgarten. Durch die Kooperation mit dem Kirchenkreis Simmern-Trarbach und gemeinsamer Fachdienste habe man dies erreicht. Das Diakonische Werk finanziert sich durch Zuschüsse der Stadt, der Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich, Kirchensteuermittel, Landesförderungen, Mittel der Europäischen Union und Spenden. Mehrere hundert Klienten nutzen pro Jahr die Angebote des Diakonischen Werkes. Um diese kümmern sich 70 Mitarbeiter in der Sozialstation, unterstützt von rund 80 Ehrenamtlichen, davon 50 beim Betreuungsverein, der die gesetzliche Betreuung von Erwachsenen und Vormundschaften für Minderjährige übernimmt.