Arbeiten in Europa

Der Arbeitsmarkt in Deutschland entspannt sich. Gleichzeitig fragen immer mehr Unternehmen aus dem benachbarten Europa nach Fachkräften aus Deutschland.

Trier. (hw) Eigentlich durfte man im Foyer der Agentur für Arbeit ein babylonisches Sprachgewirr erwarten. Schließlich hatte der Europaservice Trier und die Eures-Beratung in der Agentur für Arbeit rund 1000 Menschen aus der Region zum Europatag eingeladen. Doch in der großen Halle ging es ruhig und konzentriert zu. Zehn Personaldienstleister aus Luxemburg, aus der Schweiz, Österreich und den Niederlanden warben auf der Messe für Jobs im Ausland. Zudem informierten Eures-Berater aus Dänemark, England, Frankreich, den Niederlanden und Luxemburg.Für den Direktor der Arbeitsagentur für Arbeit Trier, Hans Dieter Kaeswurm, ist diese Form der Veranstaltung ideal: "Bei einer solchen Messe besteht für Arbeitssuchende die Möglichkeit sich ganz gezielt zu orientieren", sagte der Argentur-Chef.Hans-Josef Puch ist mit seinen drei Kollegen beim Europaservice in Trier für den Bereich Rheinland-Pfalz und Saarland verantwortlich. Rund 300 Menschen aus dieser Region werden jährlich ins europäische Ausland vermittelt. Die Grenzregion Luxemburg wird dabei nicht mit eingerechnet. Nach seiner Einschätzung gibt es derzeit eine große Nachfrage an Fachkräften in der Schweiz und Österreich, in den Niederlanden sowie in England und Dänemark. "Die deutsche Ausbildung hat in Europa einen hohen Stellenwert. Gesucht werden vor allem Fachkräfte für das Bauhaupt- und Baunebengewerbe, aber auch in der Schweiz Landschaftsbauer oder CNC-Dreher", sagt Puch. Die Vermittlung von deutschen Arbeitskräften nach Österreich oder in die Schweiz, nach Dänemark, den Niederlanden, Frankreich oder Großbritannien laufe über Personaldienstleister. Dabei würden die Arbeitskräfte von diesen Firmen eingestellt und entsprechend der in den Branchen üblichen Tarife bezahlt. Neben der beruflichen Qualifikation sind die Sprachkenntnisse ein wichtige Voraussetzung für Bewerber, die es ins Ausland zieht. "In der Schweiz und Österreich ist das meist gar kein Problem. In den anderen Ländern ist es wichtig, Kenntnisse in der Landessprache zu besitzen", sagt Puch.Die Chancen, im Ausland einen guten Job zu finden, sind nach Einschätzung von Puch gut. "Inzwischen besuchen Personaldienstleister auch unsere regionalen Messen, die zuvor nur in den Ballungsräumen aktiv wurden. Das ist ein Zeichen dafür, dass Fachkräfte knapp werden."