Arena Trier im Plus

TRIER. Die Arena Trier hat in ihrem zweiten Geschäftsjahr ein Plus von knapp 10 000 Euro erwirtschaftet. Damit gehört sie zu den wenigen Veranstaltungshallen in Deutschland mit einer positiven Bilanz. Mitverantwortlich dafür ist allerdings auch das Konzept der Halle: Für den darin stattfindenden Schulsport zahlt die Stadt rund 360 000 Euro pro Jahr. Gleichzeitig verzichtet sie auf die Grundsteuer.

9895,79 Euro. So lautet die erfreuliche Bilanz des Geschäftsjahrs 2004/2005 der Großraumhalle Arena Trier. "Ein hervorragendes Jahr", freute sich Triers Sportdezernent Georg Bernarding, warnte aber gleichzeitig: "Es ist ein schmaler Grat auf dem wir wandeln, wir können nicht auch für die nächsten Jahre fest mit einer schwarzen Null rechnen." Oberbürgermeister Helmut Schröer lobte ebenfalls die Arbeit der Betreibergesellschaft Castel Trier GmbH: "Eine großartige Erfolgsgeschichte!" Sogar Vertreter der luxemburgischen High-Tech-Halle "Coque" kämen nach Trier, um sich über die hervorragenden logistischen Abläufe in der Arena zu informieren. "Konzept ist voll aufgegangen"

Die Steuerungsausschussmitglieder Jürgen Plunien (CDU), Peter Spang (SPD) und Hermann Kleber (UBM) schlossen sich den Hymnen an: "Nach erwarteten Anlaufschwierigkeiten sind wir jetzt auf dem richtigen Weg", sagte Plunien. "Das Konzept ist voll aufgegangen", echote Spang. "Chapeau vor diesem Ergebnis!", lobte Kleber. Dabei hatte im Geschäftsjahr 2003/2004 noch ein Minus von rund 390 000 Euro unter dem Bilanzstrich gestanden. Durch eine nachträgliche Änderung des Konzepts wurde die Arena damals vor dem Finanzkollaps gerettet: Weil die Zahl der erhoffen Veranstaltungen bei Weitem nicht erreicht wurde, konnte in der Halle an den unbelegten Tagen doppelt so viel Schul- und Vereinssport stattfinden wie ursprünglich geplant. Die Folge: Statt der vertraglich vereinbarten 95 000 Euro waren für die Nutzung der Halle durch Schulen und Vereine über 400 000 Euro Kosten entstanden (der TV berichtete mehrfach). Per Stadtratsbeschluss wurde nachträglich beschlossen, jährlich 360 000 Euro brutto für diese verstärkte Nutzung zu zahlen. Gleichzeitig wurde für das Geschäftsjahr 03/04 eine Rückzahlung vereinbart. 50 000 Euro daraus wurden als Einnahmen im Geschäftsjahr 04/05, dessen Schwarze-Null-Bilanz jetzt vorliegt, verbucht.Warnung vor Überschwang

Gerd Dahm von den Grünen griff diese Zahlungen in der Sitzung des Steuerungsausschusses auf: "Ohne die Erhöhung des Schulsportbetrags wäre die Halle nicht wirtschaftlich zu betreiben." Auch Thomas Egger (FDP) warnte vor allzu überschwänglicher Freude: "Ich freue mich über die schwarzen Zahlen, aber wenn man sich den Bericht in Ruhe durchliest, erkennt man, worauf diese fußen." Neben der eingeflossenen Nachzahlung aus dem Vorjahr und dem erhöhten Nutzungsentgelt für den Breitensport hätte das Eigenkapital stark aufgestockt werden müssen. "Die Halle kostet die Stadt viel Geld", sagte Egger und regte ein Kontrollgremium an, das sich künftig mit den Einzelheiten der Bilanz intensiv befassen soll. "Wir wollten möglichst viel Breitensport in der Halle, und das ist uns gelungen. Die Halle steht nicht wie viele andere wochenlang leer, sondern wird von Januar bis Dezember voll genutzt", betonte Sportdezernent Bernarding die Vorteile der Halle für den Breitensport. "Vielleicht haben wir uns bei der Nutzung der Halle durch die Schulen im Vorfeld verschätzt und eine zu geringe Summe angesetzt", verteidigte Oberbürgermeister Schröer die höheren städtischen Beiträge. "Aber neue Schulturnhallen wären uns teurer gekommen - und letztlich nicht zu finanzieren gewesen." Dadurch, das die Stadt Besitzerin der Arena ist, kommt die Betreiberin Castel GmbH in den Genuss eines weiteren Vorteils, der sich positiv auf das Bilanzergebnis auswirkt: Um die Betreibergesellschaft, an der die Stadt mit 40 Prozent beteiligt ist, zu entlasten, hat der Stadtrat beschlossen, auf die anfallende Grundsteuer vorerst zu verzichten.