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Arnd Zeigler in der Europahalle Trier

Sport : Fußballkenner Arnd Zeigler bleibt in der Europahalle am Ball

Der Experte war mit seinem Programm „Hat schon Gelb! — Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ in der Europahalle Trier zu Gast.

 Arnd Zeigler ist ein allseits bekannter Tausendsassa in der Welt des deutschen Ballsports. Stadionsprecher bei Werder Bremen, Buchautor, früherer „Bremer des Jahres“, Fernsehmoderator, Sänger und Sport­journalist. Durch die seit 2007 ausgestrahlte, bei Fußballfans beliebte Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ ist sein Gesicht seit über 15 Jahren untrennbar mit deutschem Fußball verbunden. Derzeit tourt der 58-jährige Bremer sozusagen mit der „Live-Version seiner Fernsehshow“ durchs Land, und so fand sein Programm nun auch den Weg in die Trierer Europahalle. Die neue Show beinhaltet etwa unterhaltsame Sport-Clips und Kurzfilme, eine Diaschau mit exklusiven Einblicken in die Welt des Fußballs und amüsante Anekdoten rund ums Thema Fußball­geschichte.

Im Programm mit dem Titel „Hat schon Gelb!“ erzählt er in klassischer Zeigler-Manier mit Filmen und Anekdoten seine eigene Fußballgeschichte und geht Fragen nach. Unter anderem, wie es zu seiner „Wunderbaren Welt“ kam, welche Weggefährten ihn besonders geprägt haben und was die Faszination beim Fußball für ihn persönlich ist. Gespickt ist das Ganze mit einer Auswahl an Kurzvideos von außergewöhnlichen und teils sehr aktuellen Patzern und Highlights von Fußballspielerinnen und -spielern rund um den Globus. Während seines gesamten Auftritts streut er sie gekonnt humoristisch ein. Zeigler nimmt die Besucher mit auf eine ereignisreiche Reise durch den Sport. Mit allen Höhen und Tiefen, immer mit viel Humor und dem typisch ironischen Augen­zwinkern.

 Arnd Zeigler in der Trierer Europahalle.
Arnd Zeigler in der Trierer Europahalle. Foto: Fabian Pütz-Antony

Nachdem auch Zeiglers Tournee-Pläne pandemie­bedingt den einen oder anderen Rückschlag hatten – diese mündeten noch in der Absage seiner im März geplanten Show in Trier – begann die neue Live-Tour schließlich offiziell im Herbst 2021. Nach den Startschwierigkeiten gibt es kein Halten mehr.

Gut 150 Zuschauer kamen in die Europahalle, nachdem er „das letzte Mal noch vor der Pandemie im Februar 2019 in Trier zu Gast war“. Der große Saal war erfüllt von der Heiterkeit und Begeisterung von Fußballfans aus der gesamten Region. Spürbar war die Sympathie für einen Mann, den viele der Anwesenden von Kindes­beinen an wöchentlich im Fernsehen parallel zum Fußballgeschehen verfolgt haben. Und er teilte nun private Erlebnisse, Erfahrungen und Eindrücke aus seiner langen beruflichen Position als Insider mit ihnen.

Zeiglers Programm ist ein eigentümlicher und diverser Mix aus Comedy und Unterhaltung, geschichtlichem Exkurs und Info­klassiker. Begleitet von emotionalen Erfahrungs­berichten, legendären Zitaten von Fuß­ball­legenden, er­frischenden Ausflügen in die Geschichte der Sportart, lustigen ­­Videos von Patzern und sagenhaften Toren quer durch alle Länder und Ligen dieser Welt. Was auch nicht fehlt: Ausschnitte aus seiner gefeierten Lieblings­rubrik „Das Kack­tor des Monats“, in der er selbst mit freiwilligen Gemeinde­mitgliedern in seinem eigenen Garten auf ab­sichtlich unprofessionelle Weise außer­gewöhnlich be­eindruckende oder peinliche Tore nach­stellt.

Im Vordergrund seiner Thematik rund um das Thema Ballsport standen unter anderem die Fragen: Wie schlimm waren die Auswirkungen von Corona auf den deutschen Fußball? Was fesselt uns eigentlich so an diesem Sport? Was regt uns an Fußball auch mal auf – und warum? Was unterscheidet den Fußball in seinen Anfangsjahren vom heutigen Fußball? Wie haben sich in diesem Zusammenhang die Sprache und die Kultur geändert? Wie wandeln sich die Schönheitsideale im Lauf der Zeit?

In seinem nur von einer kurzen Pause unterbrochenen, etwa dreistündigen Vortrag ist für jeden begeisterten Fußballfan etwas dabei und vielleicht übernimmt er auch am Ende Zeiglers Haltung zur Frage, was Fußball so besonders macht: „Das was Fußball für mich und die meisten doch so großartig macht, ist die Möglichkeit sich intensiv im Erfolg seines Teams als Teil eines großen Ganzen zu fühlen.“ Mindestens so tiefgründig war auch sein Statement zur Auswirkung der Corona-Krise: „Die zwei Jahre Pandemiezeit gaben uns Gelegenheit noch mal neu zu ergründen was uns an Fußball wirklich so viel Freude bereitet, dabei hat jeder sein eigenes Idealbild von Fußball vor Augen“, sagte er. „Aber es gibt auch einfach Aspekte an diesem Sport, die uns alle gleichsam faszinieren und begeistern und die uns das Gefühl geben als Teil dieser Gemeinschaft privilegiert zu sein.“